Leben 2.0: Sechs unternehmerische Gedanken 6 Wochen nach meiner Entlassung vom Spital

Im April 2017 hat mich eine ungeklärte Infektion mit einem ARDS auf der Lunge fast getötet. Ich war 10 Tage auf der Intensivstation im Universitätsspital Zürich. Im Lotto 10Mio gewinnen oder fast sterben gibt einen besonderen Blick auf das, was wirklich wichtig ist im Leben. 

Hier 6 unternehmerische Gedanken 6 Wochen nach meiner Entlassung vom Spital:

1. Comeback der Gesundheit

Anfangs war jeder Spaziergang anstrengend, heute kann ich bereits wieder 15k joggen und 1000hm biken. Gesundheit ist das Wichtigste … mit fast 40 war das ein wakeup call: Schlaf, sinnvolle Ernährung, täglich Sport und mässig Alkohol sind der Schlüssel. Ich muss und will noch 30 Jahre wirken. 

2.  Die Sinnfrage…

habe ich schnell beantwortet. Ich lebe und liebe was ich tue. Es sind meine Ideen und Visionen die ich verwirkliche. Mein Leben ergibt so viel Sinn. Die Bereitschaft weiter zu pushen, zu erfinden, Konventionen zu brechen und da weiter zu machen wo ich stehe, ist noch stärker. Wie sehr ich als sinnentleerter Söldner einer grossen Firma nicht mehr Leben könnte ist mir wieder bewusst geworden. Mein Sparkonto ist irrelevant, ich habe alles was ich will und brauche und mehr als ein Kotelett pro Tag kann ich eh nicht essen.

3. Elimination von Stress

Die Tage weniger voll zu planen, bewusste Pausen einzulegen, etc …daran arbeite ich noch. Am Rhythmus max 4 Tage zu arbeiten und das Weekend konsequent fuer mich zu haben bleibt. Die fuer mich grösste Stressquelle jedoch, jeden monatsletzten ca. 25 Löhne in 4 Firmen zu zahlen bleibt. Ich spiele mit dem Gedanken, das ganze Wachstum zukünftig nicht ausschliesslich durch eigenen Cashflow zu finanzieren und doch wieder Kapital aufzunehmen. So sehr ich die Burnrate-Startup Kultur verabscheue, eine solidere Liquidität wuerde entspannen und gewisse Projekte beschleunigen. 

4. Arbeitstechnik

Neu ist: Ich lese meine Emails nur noch 1x am Tag max 2 Std. …eine unglaubliche Erleichterung! / Geblieben sind: Emails nur einmal angreifen (beantworten, löschen oder einen Redbooth Task anlegen), so vieles wie moeglich delegieren und klare Entscheide treffen. (Ja oder Nein) 

5. #Teamistalles

Die good news: Alles hat ohne mich funktioniert. Wie wichtig der einzelne Mitarbeiter ist, wie wichtig das Kollektiv, wie sehr Misstrauen und Egos keinen Platz haben… alles Dinge die wir schon leben. In den 6 Wochen habe ich schon wieder 4 Mitarbeiter eingestellt. Der Drang ueberall Profis zu haben die im Orchester spielen ist ungebrochen. Den Nr. 1 Anspruch – oder es sein lassen – sollen alle Mitarbeiter mittragen. Wir sind mehr Familie als Unternehmen. Die Befriedigung Arbeitsplätze mit Sinn und Wertschätzung zu schaffen ist gewaltig und macht mich glücklich. Diese Parameter implizieren, dass das Wachstum resp. Skaleneffekte immer beschränkt sein werden in meinem Leben. Aber wie schon gesagt, Geld ist unwichtig – ich habe alles fuer ein glückliches Leben. 

6. Je fast 2000 Follower auf Twitter, Facebook, Instagram und LinkedIn bedeuten nicht viel

Ich habe mich sehr gefreut ueber die vielen Kommentare, likes und Ermutigungen. Es hat mir Kraft gegeben. 

…Doch Social Media bedeutet Reichweite und vielleicht Anerkennung, es bietet Chancen und Dialogflaeche …aber am Schluss sind es eine handvoll Menschen die in das Spital kommen, eine Karte senden oder in der Reha helfen. Allen voran war meine Partnerin, meine Eltern und sehr liebe und geschätzte Freunde. 

…und natürlich mein Sohn der immer Prio 1 hatte und haben wird in meinem Leben. Ich bin so froh dass ich mit ihm so oft wie möglich zusammen war und seit 10 Jahren Teilzeit arbeite. 

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