Jahresrückblick 2015 -Von Gaunern & Innovationen, Sorgen & Sonne, BBQ’s & Eurofilets

Betongeschichten
Das alte Jahr 2014 ging nach der Auszeit im Dezember und 10 Tage heftiger Krankheit zu ende. Dabei habe ich Klarheit gewonnen und beschlossen, mich 2015 auf die Themen “Beton” und “Arbeit/new work” zu fokussieren. Natürlich kommt mein Sohn in Innsbruck immer noch an erster Stelle, er ist jetzt 7 Jahre alt und ist 2×5 Tage pro Monat bei mir.

Dade-design exportiert rund 70% – Die Aufgabe vom Mindestkurs letzten Januar traff uns wie ein Schlag. Wir haben überlebt (einige unserer Kunden werden es wohl nicht… mit entsprechend häßlichen Debitorenausfaellen), die Ersparnisse angezapft, die Preise angepasst, Lieferanten neu verhandelt und ein Teil der Fertigung nach Vorarlberg verlegt. Ein Jahr voller mühseliger Kleinarbeit. Doch auch dieses Jahr konnten wir den Umsatz wieder verdoppeln insb mit einem neuen Grosskunden (nunmehr 21 Mitarbeiter, alle in Teilzeit) und wir haben die Betontech AG von meinem Mitgründer Ralph in eine neue AG integriert. Ich habe also auch dieses Jahr meine Regel befolgt und nicht mehr als 1 Firma gegründet :-). Das schöne am Beton: Er hat mich zurück in die Heimat gebracht und ich darf jeden Montag bei meiner Mama zu Mittag essen!

2,7 Mio in 5 Jahren
Seit meinem Abgang bei der Bank und dem Hausmannjahr habe ich nunmehr 6x gegründet (jedes Jahr 1x), in meinen Firmen und Startups 2,7 Mio umgesetzt und mehrere hundert B2B Kunden gewonnen. Das ganze bis auf Realmatch360 eigenfinanziert (bootstrapping).
Ich bin heute Unternehmer mit Leib und Seele. Von startups habe ich mich distanziert (Gründe auf K-ICT) und meine letzte Startup Beteiligung (Picstars) 2015 ebenfalls abgestoßen. Mein Fokus galt und gilt bestehenden Unternehmen welche eine Nachfolgeregelung oder Sanierung suchen. Viele spannende Meetings und Firmen durfte ich kennenlernen. So habe ich bspw. ein Kaufangebot für einen BBQ/Grillproduzenten gestellt (siehe Thema outdoor weiter unten) und in der HR Branche verschiedene Optionen geprüft. Nur so viel … Es liesse sich jeden Monat ein Personalvermittler kaufen… Gut Ding will Weile haben.

Dear past

Lust an Innovation
Dieses Jahr haben wir eine outdoor Küche entwickelt welche im Januar 2016 auf den Markt kommen wird (Noch geheim). Die Küche ist genial geworden, voller Innovation, Kreativität und Design. Teamwork in einem Umfeld wo jeder Mitarbeiter wertgeschätzt wird. Ich liebe es einfach und bin gleichzeitig immer wieder erstaunt wie unglaublich traege viele Branchen sind. Der Besuch an der Spoga in Köln war diesbezüglich das lowlight: Auf 300’000m2 outdoor Möbel China-Schrott.
Des weiteren haben wir den Durchbruch im Formenbau mit 3D Druck geschafft und werden 2016 eine Reihe neuer Produkte und Anwendungen auf den Markt bringen.

Gauner
Die Kombination aus Unternehmertum, HR- und Finanzkenntnis sowie Digitalisierung möchte ich als VR in ein Unternehmen einbringen. Es ist Zeit, dass eine neue Generation das Ruder übernimmt. Wir brauchen keine Ethik-Kommissionen und (Frauen-)Quoten sondern VRs und CEOs die Werte & Diversität als Grundprinzip für Erfolg und Nachhaltigkeit verinnerlicht haben. Dieses Ziel habe ich 2015 verfehlt und bei Bewerbungsgespraechen sogar Gauner kennengelernt. Es gibt da draußen tatsächlich Firmen die Täuschen und Betrügen.

Exodus am Cap Vert
Meine diesjährige Abenteuerreise ging nach Senegal. Ich musste die Reise abbrechen Mehr hier

Die Erlebnisse haben mich einmal mehr stark geprägt. Wir wissen nicht wie gut wir es haben und wie sehr wir Verantwortung für unsere Welt tragen, insb. wir Europäer für die Spätfolgen der Konoliasierung sowie Versäumnisse jenseits des Mittelmeers.
Jeder uninspirierte Tag im Büro ist ein verlorener Tag. Das hat mir auch mein Vater gelernt der 3 Wochen vor seiner Pensionierung dieses Jahr eine schwere Herzoperation hatte und diese gut überstanden hat. Sein zweites Leben mit 65 hat soeben begonnen:

Spass
Mein Freund Pascal hat in hedonistischer Weise seinen 40iger in Berlin gefeiert und dann gleich den ganzen Sommer bei mir im Wohnwagen gewohnt. (Ich bin nun seit 5 Jahren dort)
Ich durfte dieses Jahr in Portugal surfen lernen (3 Wochen nach einer unerwartet heftigen Leisten-OP), war mit Jaron in Barcelona, im wunderschönen Wallis bei Alfons und 2x bei Andrea (Kindergluecklichmacherin) in der Alpenrose in Lermoos. Mein Telemark-Fieber hat in Livigno neue Höhen erreicht, ich war in rund 15 Städten in halb Europa zu Besuch (u.a. auch wieder einmal am Oktoberfest mit Birgit) und durfte bei der Traumhochzeit von Steph und Jürg am Blausee dabei sein. Ich schätze es so sehr, mit tollen Freunden Zeit zu verbringen.

Top100
Die Teilzeitkarriere und TEILZEITMANN war auch dieses Jahr aktiv, mit Politik-Prominenz an einigen Podien sowie 15 Keynotes und Firmenbesuche.

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Im Dezember haben wir die Top100 Teilzeit-Arbeitgeber publiziert was eine Menge Aufmerksamkeit gebracht hat. Die stündige Sendung Input von Radio SRF gibt einen guten Überblick über das Erreichte und den Weg vor uns. Dieses Jahr hatten wir über 500’000 Besucher auf Teilzeitkarriere.ch und haben einen Massnahmenkatalog für Firmen erarbeitet.

«Kaum kennt und akzeptiert man sich einwenig, ist das halbe Leben vorbei» Bescheidenheit und Dankbarkeit
Seit meiner Scheidung lebe ich bei +/- Null am Konto, habe mein ganzes Vermögen verloren & investiert. Dennoch: So frei, so glücklich und so dankbar war ich noch nie. Neben mir spielt gerade mein Sohn, singt im Pyjama und es geht uns prima. Ich konnte die halbe Welt sehen, war diesen Dezember schon 7x skifahren, habe alle Freiheiten, kann tun und lassen- arbeiten wann und wo- ich will.
Unsere Arbeitswelt ist so deformiert, wir gewichten oftmals die falschen Dinge und verbringen die besten Jahre bei der Arbeit. Ich habe dieses Jahr oft über die Thematik gebloggt. Es ist schlicht und einfach falsch zu behaupten, Menschen die nicht 100% arbeiten engagieren sich zu wenig für Unternehmen. Klar lassen sich gewisse Jobs nicht in 8 Std am Tag erledigen, schlussendlich könnte aber jeder CEO 4 Tage pro Woche arbeiten oder den Mittwoch-Nachmittag am Spielplatz verbringen. Es ist eine Frage des Wollens und der Prioritäten.

Jeder hat die Wahl. Jeden Tag …aufzustehen und etwas zu verändern.

Ich danke allen Mitarbeitern, Kunden und stillen Unterstützern für die tolle Zeit zusammen. Für das Vertrauen, die gemeinsamen Visionen und den Spass im Alltag. So macht arbeiten Sinn – wir lieben unsere Arbeit und ernähren uns dabei.

Ich freue mich auf ein buntes und fröhliches 2016 …es wird sicher wieder viel passieren, doch mein Weg ist nun klar (nach der Hälfte vom Leben). Schön, dass ich den Weg mit einer starken und coolen neuen Partnerin gehen kann und wir alle gesund sind. Dankbarkeit aus tiefstem Herzen.

Weitere Infos&News auf Keel.at

sowie auf meinem Papa-Blog.com über meine unglaublich tolle Lebenszeit als Papa.

#zermatt ist DDR – Was #startups über die #Schweiz wissen müssen #pioniere

“Die Schweiz ist konservativ, adaptiert Innovationen langsam und hat ein unterentwickeltes Startup Ecosystem”

…doch die Schweiz ist dennoch Weltspitze. Nirgendwo gibt es so eine hohe Dichte an Pionieren.
Zwei Beispiele anhand von Zermatt das die schizophrene Schweiz einwenig erklärt:

BEISPIEL 2: Vor 100 Jahren bauten Freaks die Bahn auf den Corner Grat (Jungfrau, Rigi, usw). Das war eine absolute Ingenieurs-Meisterleistung. Nur die Schweizer konnten das. …heute hat die Schweiz den Tunnel durch den Gotthard fertig und wird wohl in 10 Jahren das Transportproblem wieder einmal als erstes Land der Welt nachhaltig gelöst haben. …in den 100 Jahren dazwischen haben es die Schweizer aber nicht notwendig befunden, Transport neu zu erfinden.

BEISPIEL 2: …die Zermatter haben vor 50 Jahren Elektroautos eingeführt. …eigentlich die erste Green City der Welt. (Wegen der schwierigen Zufahrt).

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… anstatt aus der Innovation Kapital zu schlagen haben sich die Walliser eingemauert. …Kontingente für eAutos eingeführt und ein Produktionsmonopol geschaffen. Heute im Zeitalter der eAutos sind diese Dinger einfach eine Katastrophe und kosten 120000 CHF das Stück. Geiheizt werden die Häuser mit Öl und in der ganzen Stadt gibt es keine einzige Solarzelle. (Heimatschutz)
Zermatt hat es verpasst, sich ein absolutes Alleinstellungsmerkmal zu erarbeiten und eine eAuto Produktion zu schaffen.  …auch das ist die Schweiz:

Stur
Konservativ
Laendlich
Egoistisch
Satt

…nur wer den Pioniergeist und die konservativen Attribute von diesem Land kennt und akzeptiert wird hier Erfolg haben.