Wenn startups keine Zeit haben eine Homepage zu machen #Beispiel #MApeople #startup

Startups machen in der Regel sehr viel Lärm bevor sie loslegen, ua um Investoren anzulocken. Dann gibt es Lärm beim go live (wenn sie es überhaupt schaffen) und success stories (oft geschoent). Über Umsätze, Business Modelle und deren Nachhaltigkeit wird kaum geredet. Viele CEOs sind an mehr Pitch- und Startup events als an Kundenmeetings. Dieses Vorgehen mag vielleicht für einige B2C startups Sinn machen. Vielleicht.

Es gibt auch andere startups, wie zB ma-People.com

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Diese zwei Damen haben mit Ihrem startup so viel Erfolg, dass sie rund 1 Jahr gebraucht haben eine Homepage live zu bringen. Das Konzept ist denkbar einfach: Gezielte B2B Ansprache, ein präzises Offering in einer Marktlücke und viel Passion und Fleiss. Die zwei konzipieren zB schon das 3 neue Ressort auf den Malediven und gewinnen Auftrag um Auftrag. Femaleshift, Digitalisierung, huMAn-Orientierung um nur einige der Gründe für Ihren Erfolg zu nennen.

Andere hoch erfolgreiche CH startups wie Wildfire (250 Mio Exit an Google), Leontec (über 1 Mrd wert an der Börse) oder Google Maps das auf einer Schweizer Software basiert habe ich noch nie an einem Startup event gesehen.

Ich sehe die ganze startup-Entwicklung mit kritischem Blick und bin überzeugt, dass wir wieder mitten in einer Bubble sind. (Vgl Kommentar auf  K-ICT)
Schweizer KMUs gehören zu den innovativsten der Welt, gründen täglich neue Firmen, oftmals finanziert aus dem eigenen Cashflow und direktem Zugang zu Kunden. Sind das keine Startups? Es ist einfach aufregend für startups an Pitchevents und eine amüsante Unterhaltung für Investoren. Unternehmer haben dort nichts verloren.

Jahresrückblick 2015 -Von Gaunern & Innovationen, Sorgen & Sonne, BBQ’s & Eurofilets

Betongeschichten
Das alte Jahr 2014 ging nach der Auszeit im Dezember und 10 Tage heftiger Krankheit zu ende. Dabei habe ich Klarheit gewonnen und beschlossen, mich 2015 auf die Themen “Beton” und “Arbeit/new work” zu fokussieren. Natürlich kommt mein Sohn in Innsbruck immer noch an erster Stelle, er ist jetzt 7 Jahre alt und ist 2×5 Tage pro Monat bei mir.

Dade-design exportiert rund 70% – Die Aufgabe vom Mindestkurs letzten Januar traff uns wie ein Schlag. Wir haben überlebt (einige unserer Kunden werden es wohl nicht… mit entsprechend häßlichen Debitorenausfaellen), die Ersparnisse angezapft, die Preise angepasst, Lieferanten neu verhandelt und ein Teil der Fertigung nach Vorarlberg verlegt. Ein Jahr voller mühseliger Kleinarbeit. Doch auch dieses Jahr konnten wir den Umsatz wieder verdoppeln insb mit einem neuen Grosskunden (nunmehr 21 Mitarbeiter, alle in Teilzeit) und wir haben die Betontech AG von meinem Mitgründer Ralph in eine neue AG integriert. Ich habe also auch dieses Jahr meine Regel befolgt und nicht mehr als 1 Firma gegründet :-). Das schöne am Beton: Er hat mich zurück in die Heimat gebracht und ich darf jeden Montag bei meiner Mama zu Mittag essen!

2,7 Mio in 5 Jahren
Seit meinem Abgang bei der Bank und dem Hausmannjahr habe ich nunmehr 6x gegründet (jedes Jahr 1x), in meinen Firmen und Startups 2,7 Mio umgesetzt und mehrere hundert B2B Kunden gewonnen. Das ganze bis auf Realmatch360 eigenfinanziert (bootstrapping).
Ich bin heute Unternehmer mit Leib und Seele. Von startups habe ich mich distanziert (Gründe auf K-ICT) und meine letzte Startup Beteiligung (Picstars) 2015 ebenfalls abgestoßen. Mein Fokus galt und gilt bestehenden Unternehmen welche eine Nachfolgeregelung oder Sanierung suchen. Viele spannende Meetings und Firmen durfte ich kennenlernen. So habe ich bspw. ein Kaufangebot für einen BBQ/Grillproduzenten gestellt (siehe Thema outdoor weiter unten) und in der HR Branche verschiedene Optionen geprüft. Nur so viel … Es liesse sich jeden Monat ein Personalvermittler kaufen… Gut Ding will Weile haben.

Dear past

Lust an Innovation
Dieses Jahr haben wir eine outdoor Küche entwickelt welche im Januar 2016 auf den Markt kommen wird (Noch geheim). Die Küche ist genial geworden, voller Innovation, Kreativität und Design. Teamwork in einem Umfeld wo jeder Mitarbeiter wertgeschätzt wird. Ich liebe es einfach und bin gleichzeitig immer wieder erstaunt wie unglaublich traege viele Branchen sind. Der Besuch an der Spoga in Köln war diesbezüglich das lowlight: Auf 300’000m2 outdoor Möbel China-Schrott.
Des weiteren haben wir den Durchbruch im Formenbau mit 3D Druck geschafft und werden 2016 eine Reihe neuer Produkte und Anwendungen auf den Markt bringen.

Gauner
Die Kombination aus Unternehmertum, HR- und Finanzkenntnis sowie Digitalisierung möchte ich als VR in ein Unternehmen einbringen. Es ist Zeit, dass eine neue Generation das Ruder übernimmt. Wir brauchen keine Ethik-Kommissionen und (Frauen-)Quoten sondern VRs und CEOs die Werte & Diversität als Grundprinzip für Erfolg und Nachhaltigkeit verinnerlicht haben. Dieses Ziel habe ich 2015 verfehlt und bei Bewerbungsgespraechen sogar Gauner kennengelernt. Es gibt da draußen tatsächlich Firmen die Täuschen und Betrügen.

Exodus am Cap Vert
Meine diesjährige Abenteuerreise ging nach Senegal. Ich musste die Reise abbrechen Mehr hier

Die Erlebnisse haben mich einmal mehr stark geprägt. Wir wissen nicht wie gut wir es haben und wie sehr wir Verantwortung für unsere Welt tragen, insb. wir Europäer für die Spätfolgen der Konoliasierung sowie Versäumnisse jenseits des Mittelmeers.
Jeder uninspirierte Tag im Büro ist ein verlorener Tag. Das hat mir auch mein Vater gelernt der 3 Wochen vor seiner Pensionierung dieses Jahr eine schwere Herzoperation hatte und diese gut überstanden hat. Sein zweites Leben mit 65 hat soeben begonnen:

Spass
Mein Freund Pascal hat in hedonistischer Weise seinen 40iger in Berlin gefeiert und dann gleich den ganzen Sommer bei mir im Wohnwagen gewohnt. (Ich bin nun seit 5 Jahren dort)
Ich durfte dieses Jahr in Portugal surfen lernen (3 Wochen nach einer unerwartet heftigen Leisten-OP), war mit Jaron in Barcelona, im wunderschönen Wallis bei Alfons und 2x bei Andrea (Kindergluecklichmacherin) in der Alpenrose in Lermoos. Mein Telemark-Fieber hat in Livigno neue Höhen erreicht, ich war in rund 15 Städten in halb Europa zu Besuch (u.a. auch wieder einmal am Oktoberfest mit Birgit) und durfte bei der Traumhochzeit von Steph und Jürg am Blausee dabei sein. Ich schätze es so sehr, mit tollen Freunden Zeit zu verbringen.

Top100
Die Teilzeitkarriere und TEILZEITMANN war auch dieses Jahr aktiv, mit Politik-Prominenz an einigen Podien sowie 15 Keynotes und Firmenbesuche.

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Im Dezember haben wir die Top100 Teilzeit-Arbeitgeber publiziert was eine Menge Aufmerksamkeit gebracht hat. Die stündige Sendung Input von Radio SRF gibt einen guten Überblick über das Erreichte und den Weg vor uns. Dieses Jahr hatten wir über 500’000 Besucher auf Teilzeitkarriere.ch und haben einen Massnahmenkatalog für Firmen erarbeitet.

«Kaum kennt und akzeptiert man sich einwenig, ist das halbe Leben vorbei» Bescheidenheit und Dankbarkeit
Seit meiner Scheidung lebe ich bei +/- Null am Konto, habe mein ganzes Vermögen verloren & investiert. Dennoch: So frei, so glücklich und so dankbar war ich noch nie. Neben mir spielt gerade mein Sohn, singt im Pyjama und es geht uns prima. Ich konnte die halbe Welt sehen, war diesen Dezember schon 7x skifahren, habe alle Freiheiten, kann tun und lassen- arbeiten wann und wo- ich will.
Unsere Arbeitswelt ist so deformiert, wir gewichten oftmals die falschen Dinge und verbringen die besten Jahre bei der Arbeit. Ich habe dieses Jahr oft über die Thematik gebloggt. Es ist schlicht und einfach falsch zu behaupten, Menschen die nicht 100% arbeiten engagieren sich zu wenig für Unternehmen. Klar lassen sich gewisse Jobs nicht in 8 Std am Tag erledigen, schlussendlich könnte aber jeder CEO 4 Tage pro Woche arbeiten oder den Mittwoch-Nachmittag am Spielplatz verbringen. Es ist eine Frage des Wollens und der Prioritäten.

Jeder hat die Wahl. Jeden Tag …aufzustehen und etwas zu verändern.

Ich danke allen Mitarbeitern, Kunden und stillen Unterstützern für die tolle Zeit zusammen. Für das Vertrauen, die gemeinsamen Visionen und den Spass im Alltag. So macht arbeiten Sinn – wir lieben unsere Arbeit und ernähren uns dabei.

Ich freue mich auf ein buntes und fröhliches 2016 …es wird sicher wieder viel passieren, doch mein Weg ist nun klar (nach der Hälfte vom Leben). Schön, dass ich den Weg mit einer starken und coolen neuen Partnerin gehen kann und wir alle gesund sind. Dankbarkeit aus tiefstem Herzen.

Weitere Infos&News auf Keel.at

sowie auf meinem Papa-Blog.com über meine unglaublich tolle Lebenszeit als Papa.

Gedanken zu Zuckerberg, Kapitalismus und Väter

45mrd zu spenden ist toll.  Die Fragen dahinter sind:

Milliarden

Die Milliarden sind durch die Börsenbewertung entstanden und nicht durch Arbeit, Herr Zuckerberg wird eine Stiftung oder LLC gründen und nicht seine Aktien verkaufen. Würde er das tun, würde der Kurs ins bodenlose stürzen und es gäbe nichts mehr zu spenden. Mit diesem Schachzug kann Hr. Z durch die Hintertüre mit 1% Aktienverkauf sein Vermögen in Cash umwandeln was für ihn und seine Generationen für immer für zuckrigen Hüftspeck reichen wird.
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Die Tatsache und Personenkult un Mr. Z allein zeigt, wie krank die Bewertung von Fb an der Börse ist.

Steuern:

Mit einem solchen Vermögen fallen gigantische Steuern auf dem Privatvermögen an. Mit diesem Schachzug ist dieses Problem gelöst. ….und der Allgemeinheit entgehen Steuereinnahmen, denn solche Konstrukte werden kaum/nicht besteuert. Steuern sind eine Umverteilung von Reich zu Arm. Heute besitzen 1% der Menschen gleich viel wie der Rest. Diese Umverteilung wurde in den letzten 20 Jahren ausser Kraft gesetzt. Der Gini Koeffizient nimmt ständig ab, und niemand kümmert es. Es ist mit unter der Grund, warum Afrikaner im Mittelmeer ertrinken. Es ist schizophren, dass Mr. Z die Mrd nutzen möchte die Welt besser zu machen. Zuerst nimmt er mal allen anderen Geld weg das er als Steuern die naechsten 30 Jahre nicht mehr bezahlt. Alleine das wäre ein mehrfaches der 45mrd für die Allgemeinheit 

Ausweglosigkeit:

Wenn man als CEO und Mehrheitsaktionär keinen anderen Weg sieht, als Philantrop aktiv zu werden, ist das krank. (Vgl Bill Gates) für Konzerne ist das Gemeinwohl, Weltfrieden, Gesundheit, Mindestlöhne, fairer Handel, usw nicht tragbar. (Sonst würde der Kurs abstürzen). Facebook hätte die Macht, Gutes zu tun. Einen alternativen Weg zu gehen. Steuern zu zahlen wo sie das Geld verdienen. Aber die kapitalistische Seuche hat sich auch dort eingenistet. FB umgeht Steuern (zahlt in Irland), hat sich längst an Investmentbanken verkauft und ist abhängig von der Börse und ihren Spielregeln. Alternativen sind undenkbar. Mr Z weiss das und befindet sich in diesem Dilemma. PR technisch clever, aber de facto ist diese Handlung eine Kapitulation 

Väter

Typisch ist der Zeitpunkt. Evolutionsbiologisch ist es das männliche Programm, ein Nest zu bauen, zu ernähren und ein Umfeld zu schaffen in dem das Kind sicher aufwachsen kann. Mr. Z erfüllt. Immer mehr Väter erkennen, dass sie für ihre Kinder im Allrag präsent sein wollen und müssen und gehen diesen Weg. Im Verhältnis ist ein Teilzeitmann mit 5000 Franken Einkommen viel mutiger als Mr Z.

Öffentliche Kritik an meinem früheren Arbeitgeber @CreditSuisse – warum unser System so krank ist

Ich nehme 3 Punkte aus dem FuW Interview von Thiam zum Anlass aufzuzeigen, wie krank unser kapitalistisches System ist. Ich war einmal selber Teil dieser Maschine. Während meiner Zeit im Cost Controlling wurden in diversen Sparprogrammen rund 4000 Leute entlassen und die Universalbank zur „One Bank“ umgebaut.

“Eine kotierte Aktie (Schweizer Universalbank) stellt für das Management einen Anreiz dar.”

Bedeutet konkret: Bonuszahlungen. Extrinsische monetäre Motivation ist Anreiz zur Manipulation von Führungskräften und Mitarbeitern hin zu einem noch extremeren Shareholder Value. Das ganze funktioniert so: Wir entlassen 1600 Mitarbeiter, sparen dadurch 350 Mio und bekommen darauf rund 60 Mio Bonus die auf nunmehr weniger Köpfe aufgeteilt werden können. Ich selber war als 27jähriger komplett verblendet von den Bonuszahlungen und habe jedes weitere Sparprogramm pflichtbewusst umgesetzt.

Bonussysteme sind der Kern patriachaler Machterhaltung und entsprechen in keinster Art und Weise Unternehmertum. Wahre Unternehmer wissen, dass Mitarbeiter nicht wegen Bonus Höchstleistungen erbringen sondern wenn sie motiviert, wertgeschätzt und ermutigt werden. Unternehmer kennen auch die schmale Gratwanderung zwischen einer Lean Organisation und Investition…

“Eine Firmenorganisation, die nicht expandiert, hat keine Zukunft”

Was ist das für eine Aussage? Was waren vorher für Manager (und VR) am Werk die nicht investiert haben? Sind es die Menschen – oder ist es das System? (vgl Bonus Diskussion oben) …“Die Credit Suisse soll wieder wachsen und das in der Schweiz“. Ich selber habe miterlebt, wie Teil für Teil der Bank dem anglosächsischem Management (Stil) unterworfen wurde. Mit der Übergabe von Berchtold an Dougan wurde die Schweizer Bank endgültig verkauft. Niemand hat die Hand erhoben die Bank von jemanden führen zu lassen der nicht einmal seine Familie hier hat und kein Wort Deutsch spricht. Ein solcher CEO kann niemals eine Option sein für eine Schweizer Bank. Konzerne von heute gehören jedoch niemandem mehr – niemand erhebt die Hand weil niemand die Rolle des Unternehmers inne hat. Hunderttausende anonyme Aktienbesitzer auf der ganzen Welt führen dazu, dass das Management de facto autonom agieren kann. Und von Verantwortung des Verwaltungsrates kann keine Rede sein (siehe nachfolgend), denn diese sind oftmals von den strategischen Grossinvestoren gesetzt (und abhängig).

5 Mrd Kapitalerhöhung

Herr Dougan wurde nicht müde immer wieder zu erwähnen, dass Credit Suisse die beste kapitalisierteste Bank sei. Wie auch immer … ich möchte den Scheinwerfer auf die Verwaltungsräte richten. Ein VR (-Präsident) der seinen neuen CEO eine Kapitalerhöhung von 5 Mrd. machen lässt hat nur eine Option: Geschlossen zurück zu treten wegen Missmanagement. Wer eine solche Kehrtwende macht (machen muss) ist untragbar. Die Idee des VR wäre ja, aus Sicht der Aktionäre das Management zu kontrollieren und einen langfristigen Fokus im Auge zu behalten (vgl Kapital/Bonus/Investitionen). Ich habe in keiner einzigen Medienmitteilung eine solche Forderung gehört. Warum?

Wann?

Ich bin gespannt, wann die Wende kommt. Wann eine neue Generation Manager an die Stellwerke kommt. Manager die wieder Menschen sind, in denen Venen Unternehmerblut fliesst und die eine Stelle aus Freude und Passion annehmen und nicht als einem logischen weiteren Schritt im psychopatischen Peter-Spiel nach oben. Wieso ist es nicht eine 35 jährige Schweizer Mutter mit Empathie die das Retailbanking leitet? Mit einem Twitter Account und einem Management Stil der auf einer #Vertrauenskultur aufbaut?
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Netzwerke und Räume neu gedacht #NumenforUse #aut_Innsbruck

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Netze umspannen, fangen auf, fangen ein, umweben, …
Eindrücklich erlebbare Kunst in Innsbruck.
Surreal …und doch. Wieso bauen wir nicht so? Warum schaffen wir uns nicht solche Räume zuhause? Fast jeder mag sie.

Warum verstehen wir unsere Welt im 21  Jahrhundert nicht so? …wir sind vernetzt, weben ständig und schlussendlich trägt uns die Gemeinschaft und nicht der einzelne Knotenpunkt.

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Eine verpasste Chance #Expo15 #Hunger

Die Weltausstellung in Mailand war Publikumsmagnet – die erste Welt überzeugte mit architektonisch hervorragenden Bauten, Newcomer wie Azerbeitschan oder Chile vermochten sich in Szene zu setzen (wir sind jetzt auch Gross und nicht mehr arm) und der Schweizer Pavillon war solide, auch wenn von Herzog und DeMeuron die Praktikanten am Werk waren.

Feed the Planet

Das Motto dieser Expo. Typischerweise haben die Länder jeweils ein Thema aufgegriffen und dieses extrem toll umgesetzt. ZB Luft (Breath) von Österreich,

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Austrian Pavillon “BREATH”

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UK Pavillon: Bees

Bienen von England, Fields of Ideas (Innovation) von Deutschland. Die USA haben mit Food2.0 mehr versucht computergesteuerte Landmaschinen zu verkaufen als wirklich etwas auszusagen. Aber das kennen wir ja.

Unsere Welt hat heute 7 Milliarden Menschen – die Kapazitäten von landwirtschaftlicher Produktion würden jedoch für 11 Milliarden Menschen ernähren. Das Thema der Expo „Feed the Planet“ – was de da facto heisst, Hunger in unserem Paradies Erde zu verbannen – ist insofern bereits irreführend. Das Problem ist nicht die Produktion von Lebensmitteln, das Problem ist die Verteilung. Viele Menschen auf dieser Erde können sich Nahrung schlicht und einfach nicht leisten. …Oder der Zugang zu Nahrung wird durch korrupte Regime & ausbeuterische Konzerne verhindert. (vgl Nestle die verhindern wollen, dass die Ressource Wasser ein Allgemeingut bleibt). Monokulturen, Ausdehnung der Wüsten, Abholzung der Wälder und immer stärker werdende Naturkatastrophen führen zu Hunger.

Natürlich nicht:

Kein einziges Land hat das Verteilungsproblem – die grenzen vom Kapitalismus – thematisiert. Niemand die Ausbeutung durch Konzerne. Klar nicht – wieso sollen sie auch? Schliesslich lebt ein Staat in der ersten Welt von Steuereinnahmen ebensolcher Geschäfte & Konzernen.

Verpasste Chance:

Im Nachgang zu meinem Expo Besuch wird für mich immer deutlicher, dass die Länder mit Hunger (Sahelzone, Zentralafrika, Teile von Südamerika und vereinzelt Staaten in Asien sowie fast sämtliche Kriegsgebiete) eine grosse Chance verpasst haben. Denn viele dieser Staaten waren an der Expo, haben in der zweiten Reihe Bauten zur Verfügung gestellt bekommen. …und haben darin Souvernirs und Trommeln verkauft. Die #Expo15 wäre eine Chance gewesen, auf das Verteilungsproblem aufmerksam machen. Dass sie die Probleme beim Namen nennen UND …dass die Länder selber Wege und Lösungen aufzeigen, was Bürger der ersten Welt (Expo Besucher) tun können, um Hunger auf dieser Welt zu eliminieren.

Nach meinem Besuch in Westafrika dieses Jahr (vgl Blogpost) ist mir indes auch klar, dass die Eliten in diesen Ländern absolut kein Interesse haben, irgend etwas zu ändern. Denn durch das aktuell vorherrschende korrupte System, leben diese Eliten in Saus und Braus während die eigene Bevölkerung an Hunger stirbt. Feed the Planet – lässt sich wohl nur erzielen indem wir unser kapitalistisches System überdenken. …und dazu gehört auch ein Auftritt an einer Expo. …was wenn die Schweiz als neutrales Land eine Vordenker-Rolle übernehmen würde? Auch wir haben eine Chance verpasst.

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Wir sind komplett deformiert – Was Arbeit ist und was der Kapitalismus draus gemacht hat

Alleine diese Woche hatte ich 4 Fälle aus meinem Umfeld die zeigen, wie krank unsere Arbeitswelt geworden ist.

Der Mensch braucht Arbeit – ernährt sich mit Arbeit. Er arbeitet gerne und hat daraus auch Befriedigung. Mein Menschenbild von einem Mitarbeiter ist dieses, dass ein MA grundsätzlich gerne zur Arbeit kommt, sich um Kunden bemüht und versucht, sein Bestes zu geben. Mal mehr – mal weniger aber immer so, dass der Job erfüllt und Kunden glücklich sind.

Und die Realität?

Mitarbeiter werden wie Maschinen behandelt, werden Sie krank – werden sie ausgetauscht oder in der Burnout-Klinik repariert. Mitarbeiter wollen Transparenz und wahre Informationen und keine zentralistischen corporate communications Manipulations-Emails. Das Management ist oft komplett orientierungslos, eingeschüchtert und verblendet von Rängen und Bonus/Gehalt. Nicht selten sind Manager Menschen-Hasser statt Menschen-Liebende. Unternehmen sperren Ihre Mitarbeiter im Unternehmen ein (Präsenzkultur) – führen immer noch militärisch orientiert (oder sagen wir hierarchisch) und glauben, ohne MBO und Bonus/Malus lässt sich ein Unternehmen nicht führen.  …und 1x im Jahr fragen sich dann die gleichen Manager bei einem Retreat, warum es so wenige Frauen & Diversität im Unternehmen hat.

FREIHEIT:

Unternehmen wie Triumpf, Thomann Nutzfahrzeuge oder Ergon Informatik haben längst erkannt, dass Mitarbeiter mitbestimmen wollen. Dass gemischte Teams mehr erreichen und besser kommunizieren. Dass durch flexible und mobile Arbeitszeiten der Output und Zufriedenheit steigt und die Lohnkosten sinken. Sie erkennen, dass die fähigsten und leistungsfähigsten Mitarbeiter zwischen 30 und 45 sind – dass man in diesem Alter Familie bekommt. Ergo werden Mütter und Teilzeitväter besonders gefördert und nicht schikaniert. Was ist dabei (ausser SECO Vorschriften), wenn man am Mittwoch Nachmittag mit den Kindern im Hallenbad ist und am Sonntag Nachmittag bei Regen in Muse ein Konzept schreibt?

Eine #Vertrauenskultur führt zu einer effizienten Funktionsweise und Kommunikation im Unternehmen. ..einige Unternehmen gehen sogar soweit und machen Ihre Löhne transparent.

Auch in meinen Unternehmen gelten diese Grundsätze – alle sehen alles. Auch die Löhne, alle Umsätze, alle Wareneinkäufe,  alle Verträge bis hin zur Erfolgsrechnung mit Gewinn und Verlust. …dies führt dazu, dass ich jede Entscheidung gegenüber allen Mitarbeitern begründen muss – auch mein Lohn. Dies obwohl mir die ganze Firma gehört. 1/12 wäre niemals akzeptiert (vgl Abstimmung 2014 wo dies verworfen wurde) – ich habe die Macht, brauche aber das Kollektiv. Was nützt mir die Macht ohne das Kollektiv und ein Wohlfühlklima wenn ich selbst zur Arbeit gehe? …nur im Team – als Unternehmen und mit Spass können wir ein hervorragendes Produkt herstellen und überleben. Der Clou dahinter: Vertrauen muss man zuerst geben (Vertrauensvorschuss) bevor man es bekommt.

Wir leben nur einmal

Das was am Schluss bleibt ist die Erinnerung an eine gute (oder schlechte) Zeit. Wir haben komplett verlernt, auf uns zu hören – unsere Freiheit und Seelenfrieden am höchsten zu bewerten. Wir sind soweit deformiert, dass wir uns als kapitalistische Söldner sogar selber eine zusätzliche Woche Ferien (vgl Volksabstimmung 2014 in der Schweiz) verweigern.

Ich möchte keine Söldner und Roboter – ich möchte Mitarbeiter die Ihren Lebensentwurf leben und sich gleichzeitig für mein Unternehmen einsetzen. Sich hinterfragen und Ideen einbringen. Als Unternehmer ist es meine Pflicht, Arbeitsplätze zu schaffen, die Menschen glücklich machen und die es Menschen ermöglicht, sich zu ernähren.

LOS – Ihr Mitarbeiter – nehmt das Heft selber in die Hand. Befreit Euch von den Ketten – lebt Euer Leben – denn es gibt nur ein Leben!