Ich wohne ab sofort in Bethlehem – wie ich dem Datensammeln von Facebook begegne. #noisydata

Ich war ja immer sehr progressiv mit online, social media, usw.

Wir sind meiner Meinung nach jedoch bei einem Punkt angelangt, wo es gefährlich werden kann mit dem ganzen Daten sammeln, insb. von den Monopolisten Google und Facebook.

Das Problem ist fundamental. Auch wenn ich meine Daten und Account lösche, die Daten sind in den heutigen Bigdata Cloud Infrastrukturen niemals gelöscht.

Ich habe mich daher für den Weg von Noisy Data entschieden. Wenn einem Profil zu viele unstimmige Daten zugrunde liegen, funktionieren die Algorithmen nicht mehr.

Ich wohne daher ab sofort in Bethlehem, bin Koch, Driver und Engineer, habe Geburtstsdatum 1.1.1908 und bin eine Frau.

Zudem und ganz wichtig – die Telefonnummer aus dem Facebook Profil zu löschen da das die Brücke zu WhatsApp ist.

Meine realen Freude wissen wo ich wohne, was ich arbeite und wie ich zu erreichen bin und werden mir nicht am 1 Januar zum Geburtstag gratulieren.

Das ist mein Weg, denn Facebook und co möchte ich weiter nützen.

Gewinnausschüttung an wen? Meine Gedanken zu #Holocracy vs. #shareholdervalue

Mit einer kapitalistischen Grundausbildung von St. Gallen im Rucksack ist die Frage der Gewinnausschüttung relativ schnell beantwortet. Pflichtteil in die Reserven, Bonus an die Leistungsträger, Löwenteil an die Shareholder. Ebenso schnell beantwortet ist die Frage, wenn man sein/e startups mit Venture capital finanziert hat.

Bei genauerer Betrachtung – insb. mit meiner immer stärker werdender Kritik ggü dem Kapitalismus, Globalisierung und Konzernen – ist die Gewinnausschüttung ein komplexes Thema. Mit diesem Blogbeitrag möchte ich meine Gedanken mit Euch teilen, denn ich werde zum ersten Mal einen Gewinn ausweisen in einer meiner Firmen/startups. (Background hier)

3 Fragen stehen im Zentrum

Warum überhaupt einen Gewinn ausschütten?

Wem ist der Erfolg zu verdanken?

Welche Rolle habe ich als Gründer und Inhaber?

Warum Gewinn ausweisen/ ausschütten?

Als expandierendes, investierendes und produzierdes Gewerbe (dade-design.com) ist es relativ einfach, Gewinne verschwinden zu lassen. (Abschreibungen, angefange Arbeiten, Produktentwicklungen nicht kapitalisieren, etc etc)

Warum also einen Gewinn ausschütten (wir haben etwa 10% EBITDA Rendite), wenn man selber satt ist (ich kann nur 1 Kotelett am Tag essen, mein Gehalt beträgt 7000chf brutto/mt) und das Unternehmen besitzt? (ps: Ich habe keine Million am Konto oder der Pensionskasse)

Ich habe mich aus 3 Gründen dafür entschieden. a) Es ist nicht fair den hart arbeitenden Mitarbeitern ggü b) es macht ein anderes Selbstbewusstein für eine Firma zu arbeiten (oder Aufträge zu vergeben) die Gewinne macht c) weil es das Eintrittsticket für Fremdfinanzierung von Banken ist. (wir wachsen jährlich ca 40%… zB die Debitoren vorzufinanzieren ist eine pain)

Wem ist der Erfolg zu verdanken?

Ja, am Anfang war es hart. Es gibt meine Unternehmen nur wegen mir (und Ralph Siebenthal bei dade) – die Idee, Kraft, Leidensfähigkeit und Mut/Risiko. (Der Hauptgrund warum es 90% der startups nicht schaffen)

Doch… aus dem kleinen ich ist ein ganzes Ensemble geworden (derzeit 33 Mitarbeiter in 4 Firmen) – wir arbeiten in vielen Belangen nach den Holocracy Prinzipien. (mehr über unsere Arbeitsweise hier)

Es ist das Team #teamistalles das die Leistungen erbringt, das wöchentlich mit Verbesserungen und Ideen kommt, das täglich hart arbeitet. Ohne Team ist alles nichts, oder mein Lieblibgszitat:

“80% von meinem Firmenkapital geht am Abend nachhause”

…darum nerven mich auch die ganzen heroischen und narzistischen Gründergeschichten sowie die Herren Zuckerberg, Musk & Co.

Es ist also Team. Mein Vater fragte mich: Und dein Lohn für die Sorgen, Risiko und jahrelang unbezahlte Arbeit?

-> Es ist der Substanzwert vom Unternehmen. Und die Mitarbeiter arbeiten ja schliesslich nicht, um mich reich zu machen sondern um sich und ihre Familien zu ernähren, an der gemeinsamen Vision zu arbeiten und in einer guten Gemeinschaft 8 std am Tag zu verbringen.

Welche Rolle habe ich als Gründer und Inhaber?

In einem Team gibt es verschiedene Funktionen. Im Kapitalismus sind die Rollen der CEOs, Strategen, CFOs und Verkäufer besser bezahlt als die der Produktion, HR oder Marketing. Auch verdient ein Zahnchirurg das 5fache von einem Feinmechaniker, eine Konzernfolienschleuder das doppelte von ein KMU CEO, usw…ihr versteht.

Nur… Was ist ein geniales Betondesign Projekt ohne den Mann in der Produktion am Cement Mischer? …die Diversity Beratung ohne die Analystin? … oder das Grossprojekt ohne die Verkäuferin?

Ich stelle mich auf den Standpunkt, dass jede Mitarbeiterin und Mitarbeiter gleich viel “Wert” ist und hat. Es gibt lediglich einen Unterschied zwischen denen, die einen guten Job machen (und überstunden mit +30% ausbezahlt bekommen) und denen, die die extra Meile gehen. Die da sind wenn es brennt. Die den Karren ziehen.

Wie also verteilen?

Die letztgenannten beteilige ich grosszügig mit je 3% am EBITDA.

Den EBIT verteile ich mit folgender Formel:

1. Das Aktienkapital wird mit 2% verzinst

Rest wird aufgeteilt:

50% in die Reserven für rainy days

Die anderen 50% gehen an die Mitarbeiter (80%) und Gemeinwohl (20%).

– Die Allokation auf Mitarbeiter erfolgt nach Lohnprozenten (wir haben viele Teilzeitler), wobei die Verkäufer ausgeschlossen sind da diese variable Arbeitsverträge haben.

Von individuellen Personalbeurteilungen und Boni halte ich nichts – wir haben erwachsene Mitarbeiter und keine Schüler die Noten bekommen.

Zudem, wie bereits ausgeführt ist es das Team. Individuelle Boni würden das vernichten.

– Die Spendenempfänger bestimmt das Team.

Wieso nur 2% an Aktionäre?

Meine Vorbilder sind Bronners (Seife) und Patagonia. (Beides sind certified B companys in US). Diese verteilen den Gewinn jeweils 33/33/33… Reserve, Mitarbeiter, Spende

Ich bin aber der Meinung, dass das Aktienkapital verzinst gehört. Die Gretchenfrage ist wie hoch?…

Weil genug niemals genug ist,

sind die Renditen die letzten 20 Jahre explodiert und niemand interessiert sich ernsthaft für Substanz und Nachhaltigkeit sondern lediglich für den nächsten Quartalsabschluss. Nimmt man aber die Dividendstocks, so sind 3-5% die Stars. Ich bleibe am unteren Ende. Zudem haben die Aktionäre ja den (steuerfreien) Substanzgewinn.

Ich finde ganz allgemein, dass die Rolle des Kapitals völlig überbewertet ist. Es gibt keine Kapitalknappheit.

Zudem möchte ich für zukünftige allfällige Investoren eine transparente Ausgangslage schaffen.

Wieso spenden?

Ich finde, dass einem Unternehmen auch eine soziale Verantwortung zukommt. Diese beinhaltet Chancen für Mitarbeiter, die es anderswo vielleicht schwierig hätten. Weiters nehmen wir unsere Verantwortung für die Gesellschaft wahr, indem wir wo es geht lokal einkaufen und umweltverträgliche Materialien verwenden. Zudem produziert das Betonwerk CO2 neutral. Mit diesen Werten ist es für mich schlüssig, von der Ausschüttung auch einen Teil zu spenden. Auch wenn das nicht alle Mitarbeiter gut finden (es gibt für jeden 20% weniger), es setzt ein Zeichen. Wir sind ja schliesslich keine Banker.

Work in progress

Wie ausgeführt ist es das erste Mal, dass wir Gewinn ausschütten. Wir werden lernen, was dieses Modell bewirkt und ob/wie es verbessert werden muss. Eure Meinungen interessieren mich – ich bin gespannt auf die Feedbacks und ob da draussen noch andere so denken und das kapitalistische game in ihren Betrieben ändern.

Mein Jahresrückblick 2017: And nothing will change on new years eve. Oder doch?

Seit 7 Jahren bin ich als mehrfacher Unternehmer selbständig und schreibe jeweils einen Jahresrückblick – als Inspiration, für meine geschätzten Freunde und Feinde, die sich immer freuen über den Bericht von einem weiteren harten startup Jahr.

Das letzte Jahr 2017 (Motto: Produkte und Projekte) war für mich in jeder Hinsicht speziell – eigentlich verändert sich immer herzlich wenig… doch in meinem Leben ist nichts mehr so, wie es einmal war…

Vom loslassen:

Das Los von einem Unternehmer ist immer das gleiche: Man fängt weit unten an, arbeitet sich hoch, finanziert sein Unternehmen und hat – wenn man Glück hat – schlussendlich noch die Mehrheit am eigenen Unternehmen. Mein Vater hat vor 40 Jahren seine Koffer bei PWC gepackt und hat sich als Treuhänder im St. Galler Rheintal selbständig gemacht. img_20171228_1540041459197088.jpgDie Anfangsjahre waren hart und von Jahr zu Jahr hat mein Vater seine Firma KS Treuhand AG aufgebaut zu einem  profitablen & nachhaltigen Unternehmen. Die 4 Nachfolger haben im Januar 2017 definitiv übernommen und meinen Vater verabschiedet. Leider ging diese Verabschiedung in mehreren Etappen dermassen in die Hosen – ohne jegliche Demut und Würde der jungen Eigentümer – dass das ganze Lebenswerk vor 300 versammelten Kunden mit einem Lego-Porsche (anstatt einem echten) regelrecht demontiert wurde. Aus eigener Erfahrung weiss ich nur allzusehr, wie hart sich dieses loslassen anfühlen musste und muss.

Dankbarkeit als Unternehmer kann man weder kaufen noch erwarten. 

Alles Gute Papa in Deiner Pension! (…und ich hoffe, das Du unsere Buchhaltung die nächsten 20 Jahre führen wirst!)

Aber auch ich musste dieses Jahr loslassen. Am 2. April 2017 lieferte mich meine Partnerin in das Universitätsspital Zürich (USZ) mit einer bis heute ungeklärten Infektion ein mit einer Antibiotika Resistenz. In den darauf folgenden 2 Wochen habe ich um mein Leben gekämpft mit einem ARDS auf der Lunge (Sterblichkeit >50%). Ich habe darüber berichtet.

2017 war ich über 20 Mal im USZ und habe nun die Gewissheit, nie mehr ganz gesund zu werden. Das hat mich und meine Familie dieses Jahr sehr beschäftigt. Der Tod – das endgültige Ende – setzt(e) so viele Dinge in (die richtige) Relation. Ich lebe mein Leben 2.0. mit viel Freude, Kraft und Konsequenz.  (mehr dazu weiter unten)

it’s not over yet

Ich habe losgelassen von der Idee,

  • dass Gesundheit gegeben ist
  • dass meine Kraft unendlich ist
  • dass es immer irgendwie schon gut kommen wird … resp. …
  • dass es neben Fleiss & Flexibilität & Erfahrung eben auch Glück braucht als Unternehmen und Unternehmer.

2017 bedeutete auch von über 10 Mitarbeitern loszulassen. Einige ziehen auf ihren Wunsch neue Tracks in Schneefelder und ich wünsche Dir Silvan, Julio, Nathalie, Markus, Tanja & Julia alles GUTE auf Eurem neuen Weg. Nach 7 Gründungen und über 50 Rekrutierungen (mehr Infos hier) in den letzten 7 Jahren musste ich aber auch Kündigungen aussprechen und Arbeitsverträge beenden (Konsequenz).

Von 20 Rekrutierungen dieses Jahr (ca 60 Bewerbungsgespräche)  haben sich zudem 4 Fehler eingeschlichen und es tut mir für die Personen leid, denn eine Fehlrekrutierung hat immer mit beiden Seiten zu tun und ist schmerzhaft.

Vom neu beginnen:

Neu begonnen dieses Jahr haben in den Keel.at Unternehmen:
Nina, Nadine, Chantal, Karin, Hussam (als gelernter Tischler, Flüchtling aus Damaskus Syrien), Sylvius, Rolf, Michèle, Guido, Gianluca, Andreas, Tabea & Linda. Es ist spannend zu sehen, wie sich unsere Transparenz, Werteorientierung und flexiblen Arbeitszeitmodellen auf die unterschiedlichsten Branchen, Berufe & Menschen positiv auswirken. #Teamistalles – Mehr Infos zu unserer Arbeitsweise und wie ich 4 Firmen in Teilzeit führe. (Blogbeitrag vom Herbst 2017 mit über 2000 Lesern)

Neu beginnen musste auch ich. Nach dem Entlassen vom Spital am Ostersonntag war ich im April schwer lungenkrank und hatte noch 68kg Körpergewicht.


Ich war bei Null …und habe mich mit Physiotherapie & täglichem Training zurück gekämpft. Ich kann wieder Bergtouren gehen, lange Rennvelostrecken zurück legen und Telemarken. Es fühlt sich an

wie ein Wunder

und ich bin für jeden Tag dankbar, wo ich ohne Schmerzen aufwache. Gleichzeitig wünsche ich meiner Mitarbeiterin alles Gute die gerade einen gesundheitlichen Schicksalsschlag hinnehmen muss. Und ich danke allen Mitarbeitern die selbstlos in die Bresche gesprungen sind – meine Absenz hatte fast keine Auswirkungen.

Besonders stolz bin ich auf meine Schwester Barbara die 2017 auch zur Unternehmerin wurde und die Nähschule Unique in St. Gallgen gegründet hat. Alles GUTE!

Und dieses Jahr neu begonnen hat auch die Gender Diversity Unternehmensberatung DOIT-smart. Mitgetragen vom Bund, dem Kanton Zürich und meiner Teilzeit AG starteten wir im 2. Oktober 17 und haben bereits erste namhafte Kunden (u.a. ABB und Bank CLER) sowie eine prall gefüllte Pipeline an Beratungsmandaten. (Jobangebote hier)

Frauenförderung ist nicht länger nice to have. 

Unternehmen die sich für die kommenden Veränderungen fit machen wollen, kommen nicht darum herum, sich endlich mit ihren Bias und Boysclubs in der Geschätsleitung auseinander zu setzen und die Pipeline an guten Frauen zu hegen und zu pflegen. Elementarer Bestandteil sind dabei flexible Arbeitszeitmodelle – hier schliesst sich der Kreis mit meiner schon 9 Jahre alten Teilzeitkarriere.ch. Die Teilzeitkarriere ist nachwievor sehr erfolgreich und listet täglich rund 15’000 qualifizierte Teilzeitjobs. Seit dem Start von Teilzeitmann.ch sind über 100’000 Männer neu in Teilzeit eingestiegen.

Mein grosses Netzwerk und umfassende Erfahrung im Aufbau von Startups kann sich nun optimal entfalten. Design Thinking at it’s best! Danke für die super Unterstützung vom starken Team rund um Michèle & Nele und die vielen unglaublich hochkarätigen und lieben Menschen im nationalen Advisory Board – allen voran Helena, René, Senta & Irenka!

Neu begonnen hat auch meine Partnerin Angela als Head Program Office UBS & Society. Sie ist die Orchesterleiterin der ganzen Impact Investing Initiativen der UBS und der UBS Stiftungen. Ihre Neuorientierung hat ein ganzes Jahr gedauert.

Gut Ding will (muss) fast immer Weile haben.

Neu begonnen hat auch mein Sohn, welcher sich im Sommer das Ellbogengelenk gebrochen hat und neu schreiben lernen musste.

Vom Leben in Einklang – und die Konsequenzen

Der Fokus auf das Wichtige – sowohl für mich, meine Seele und meinen Körper – aber auch für das Unternehmen ist entscheidend. Was tut mir gut? Was schadet mir? Welche Kunden tun uns gut? Wo gibt es Nachfrage und wo verwirklichen wir (oder ich) uns nur (wieder) selber? Welche Mitarbeiter brauchen wir für unsere Ambitionen?  Wozu machen wir das überhaupt?

Wieviel Mut ist gut?

Zu meiner bekannten 4 Tage Woche (Mein Sohn ist nachwievor 10 pro Monat bei mir in Innsbruck) habe ich mein Leben weiter umgestellt – mache viel mehr Pausen – plane weniger eng (meistens :-)). Ich habe massiv Mitarbeiter aufgestockt und delegiere noch mehr. Zudem bin ich konsequenter geworden in meinen Entscheiden. Mein Augenmerk gehört neben dem Tagesgeschäft der Erarbeitung von langfristiger Substanz.

Vom Beton

Mit meinem Betonwerk dade haben wir dieses Jahr 15 neue Produkte lanciert – insbesondere unsere Betonwaschbecken Kollektion macht bereits 10% von unserem siebenstelligen Umsatz aus und an der Messe Neue Räume im November wurden wir regelrecht überrannt. Wir werden an der Möbelmesse Mailand vom 17-22. April 2018 das erste Mal selber ausstellen – auf Einladung der Switzerland Global Enterprise! (SECO)

Für viele Leute klingt meine Regel: Nicht mehr als eine neue Firma pro Jahr zu gründen oder kaufen absurd und unrealistisch – für mich ist es normal und zwingt mich zum Fokus. Dieses Jahr haben wir die Betonmanufaktur der Creabeton Matériaux AG per 30.9.2017 übernommen mit Produkten designed by Atelier OI.

Dieses Jahr wurde dade das erste Neumitglied seit 10 Jahren von Swissbeton. Wir haben unsere Mitgliedschaft aber wieder beendet. In einem uralten Branchenverband ohne Präsident haben Startups wenig verloren und den Sinn von einem verpflichtenden GAV wird mir ewig rätselhaft bleiben. Man stelle sich einmal vor, dass ein Internet-startup einem GAV unterstellt wäre??

2017 war für dade ein schwieriges Jahr der Konsolidierung und Neupositionierung weg von der Abhängigkeit vom Küchenarbeitsplatten-Handel hin zum Projektgeschäft. So haben wir zB das neue Hard Rock Hotel in Davos umgesetzt. In Altstätten haben wir unsere Produktionsfläche auf 700m2 erweitert. Sind wir die Jahre zuvor jeweils 100% (Umsatz) gewachsen, liegen wir dieses Jahr zu Weihnachten nur bei 25%. Entsprechend anspruchsvoll ist die rollende Liquiditäts- und Businessplanung.

Vom Holz

Letztes Jahr habe ich hier von der Beteiligung an Timberline.at in Vorarlberg berichtet. Die Idee war und ist, dass dade und timberline zukünftig ganze Küchen und Innenausbauten selber umsetzen und wir im Formenbau Zugang zur CNC Technologie haben. Des weiteren lancieren wir eine eigene Möbellinie (wir starten 2018 mit Waschtisch-Unterbauten).

Leider haben wir das Jahr 2017 damit verbracht, unsere Liquiditäts- und Mitarbeiter Sorgen zu lösen. Werner und Christine mit ihrem Team haben gekämpft wie Löwen und wir beenden das Jahr mit einer roten Null. Immerhin gab es eine neue Homepage und wir konnten einige coole Projekte umsetzen, u.a. die Volksschule Höchst, eine outdoor Küche in Wimbledon London und Innenausbau in St. Anton. Mein Tischler Knowhow steigt von Woche zu Woche 🙂 und wir legen nun so richtig los.

Was zählt sind am Schluss die Begegnungen mit Würde und Respekt im Alltag mit Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden –
und die engsten Freude und Familie. 

Dieses Jahr durfte ich viele lässige Trips machen und Freundschaften pflegen – einige highlights: Wirtschaftsball im Ballkleid & Smoking mit dem legendären Sektempfang bei mir in Innsbruck, der Fasnacht in Altstätten mit Trompete bei den Kesselbächlern, Skitage in Wengen & Adelboden mit meinem Freund Jürg, Skitage im Wallis mit Götti-Alfons, Stars & Sound Murten mit Steph, dem dade BBQ mit 100 Litern Bier und 60 Steaks, dem Besuch der Eltern von Angela sowie Mike & Tammy aus TorontoOktoberfest in München & Wandertage am Wilden Kaiser mit Birgit, usw usw…

Meine rund 7 Wochen Ferien dieses Jahr verbrachten wir
– In Südtirol im Alpen Testin
– Im Wallis bei Kate & Robbie
– In Verbier mit Lauric und Lermoos mit Andrea
– In Mallorca mit meinem Freund Pascal
– in Kambodcha & Thailand mit Angela & meinem Sohn der dort 9 geworden ist. 

– im Zelt in Tenero
– in Wien & Istanbul

Jedes Jahr setze ich mir Ziele (nicht öffentlich) und ein Motto.

Mein Motto 2017: FOKUS

Ich freue mich sehr, dass viele Menschen in meiner Geschichte und Person Kraft und Zuversicht schöpfen. 2017 durfte ich im Buch Beruf & Berufung einen Part übernehmen und habe 10 Keynotes bei Konferenzen gehalten.

Wenn man einmal realisiert, dass ankommen gar nicht so lustig ist, wird der Weg umso wertvoller.

 

Ich werde meinen Weg weiter gehen – bis er zu Ende ist.

 

 

 

Wieso das mit der Vereinbarkeit in der CH nicht klappt und es die Firmen selbst richten müssen. #Papizeit #Frauenquote #Gleichstellung 

Frau an den Herd, Mann als Ernährer in die Arbeit. Dieses Modell praktizieren zwei von drei Familien in der CH. Oder anders ausgedrückt, 8% der Väter kümmern sich in Teilzeit um Kinder an mind. 1 Tag die Woche,  während 80% aller Mütter gar nicht oder in Teilzeit arbeiten und

50’000 Akademikerinnen zuhause sitzen. LEBENSLANGE. 

Wieso das so ist, dazu gibt es viele Studien. Doch viel spannender sind aktuelle Ereignisse die aufzeigen, warum es in der CH nicht funktioniert mit Frauen im Kader und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Der Bundesrat lehnte diese Woche die Initiative für einen Vaterschaftsurlaub ab. Ohne Gegenvorschlag. Grund: Zu teuer.

Neben der Tatsache, dass die CH neben Albanien und anderen Exoten das einzige Land in Europa ohne Vaterschaftsurlaub ist,  (1 Tag, gleich viel wie für einen Umzug) gibt es einen wichtigen Grund für eine Papizeit direkt nach der Geburt: Das Bonding von Vätern findet in den ersten 10 Tagen statt. Der NZZ Journalist irrt sich also gewaltig mit seiner Aussage, es ist keine Geschenkaktion sondern die Basis für egalitäre Familien. 

Doch auch für die Mütter ist ein Vaterschaftsurlaub wichtig, denn eine neue Ära wird mit der Geburt eingeleitet. Von nun an müssen sich die Eltern in Teilzeit oder eine Kita um den Nachwuchs kümmern. Mütter die es versäumen ihre Männer mit in die Verantwortung zu nehmen, werden mit 80% Wahrscheinlichkeit in der Teilzeifalle landen. Und das bedeutet in der Regel: Keine Beförderungen und Lohndiskriminierung. 

Das alte weisse (dicke) Männer System 

Es gibt weder eine Partei,  noch eine Frauenorganisation, noch ein (Arbeitgeber-) Verband in der CH, die wirklich auf die Hinterbeine stehen und ernsthaft etwas verändern wollen resp können. (Zb ist der AGV gegen eine 20% Frauenquote). Auch der aktuelle shitstorm (1000mio für die Olympiade 2026, kein Geld für Papizeit) wird sehr schnell verhallen. Der Grund:

Es gibt in der CH keine Mehrheit, die Frauen ernsthaft fördern und insb. Mütter gleichstellen wollen. Es fehlt die Pain, auch von der Frauenseite. 

Die Sozialisierung (also wie wir aufgewachsen sind) sowie ein politischer Unwille sind die Hauptgründe für den Status Quo. 

Die Firmen müssen es selber richten
Wer auf gesellschaftliche oder staatliche Hilfe wartet, wird den Zug verpassen. Denn es ist so, dass Unternehmen mit >20% Frauen im Kader massiv bessere Renditen erwirtschaften und dass Unternehmen mit mobilen und flexiblen Arbeitszeitmodellen erhebliche Effizienzgewinne einfahren und sich für die Digitalisierung trainieren. Aber auch für Väter ein attraktiver Arbeitgeber zu werden steht hoch auf der Agenda, denn immer mehr Männer gewichten Vereinbarkeit höher als das Gehalt. Schlussendlich sind die (leistungs-) fähigsten Mitarbeiter zwischen 35 und 50. Dummerweise bekommt man heutzutage dann die Kinder. Familienförderung ist also ein Muss für jedes marktwirtschaftlich orientierte Unternehmen…. und ein Volkswirtschaftlicher Gewinn. (Die 50000 wurden schliesslich einmal ausgebildet). 

Gender Diversity, Teilzeitkarriere,  Teilzeitmann

Themen mit denen ich mich seit fast 10 Jahren beschäftige. Mit www.doit-smart.org haben wir jüngst einen Beratungsansatz entwickelt um Gender Diversity auf das nächste Level zu bringen. Mit einem ganzheitlichen 8 Dimensionen Modell analysieren und implementierten wir unzählige Massnahmen in Unternehmen. Für Frauen und Männer!

Und schlussendlich werden die Schweizer Unternehmen nicht darum herum kommen, Kaderfrauen welche anders sozialisiert und gefördert wurden gezielt zu rekrutieren u/o zu importieren (findet eh schon statt, vgl HSLU Studie) und sich von patriarchalen Chefs und entgleisenden Mitarbeitern zu trennen.

Es ist eigentlich simpel: Klare Ziele setzen, Gender Diversity zum CEO Thema machen und öffentlich Stellung beziehen wie jüngst Larry Page von Google. Story hier

… Dann wird auch die Politik mit einschwenken, denn das Thema wird -endlich – mehrheitsfähig. 

​Die Schweiz stellt 11 Weltmeister an der Berufs WM der U22. 

Die Schweiz stellt 11 Weltmeister an der Berufs WM der U22. Das ist Spitze!

Auf dem Lohnniveau wo sich die CH bewegt ist die einzig mögliche Strategie für Unternehmen die Excellence und Marktführerschaft in Nischen. 

Besonders spannend; Gold bei Auto Mech und Schreiner aber auch bei Webdesign und Software Lösungen!

Handwerk mit digitaler Kompetenz gehört die Zukunft, das wird in Zeiten von einer völligen Überbewertung von FB, Apple und Tesla oftmals verkannt.

Es war noch nie einfacher und günstiger eine Nische zu vermarkten. Die KMUs der Schweiz haben riesiges Potenzial und sind mit solch guten Nachwuchskräften bestens aufgestellt. Auch die Duale Berufsbildung wird einmal mehr bestätigt. 

Ich stelle die Kompetenz von (meinen) Handwerkern täglich immer selbst wieder fest und bin begeistert. (siehe keel Unternehmen)  Diese Berufe sind unter dem Strich viel befriendigender als die besser bezahlten Bürojobs in Konzernen. 

Weitere Infos zum Swiss Skills Team hier

Arbeitstechnik & Lean Organization: Wie ich 4 Firmen in Teilzeit führe. #Holacracy #Designthinking

Oft werde ich gefragt: Wie machst Du das?
Und ich stelle immer wieder fest, dass Menschen (insb. aus der corporate Welt) ganz aufmerksam zuhören, wenn ich von Redbooth, Stories & meiner Arbeitstechnik erzähle. Für uns ist das alles normal – doch da draussen scheint das nicht normal zu sein.

Vorwort:

Die Ausführung beziehen sich sowohl auf ICT & Consulting Branche aber auch für 2 Produktionsbetriebe (Betonwerk & Schreinerei). Weitere Infos: Keel.at

Lean Organization:

Wir haben in allen Firmen einfache Regeln und Tools.

1. Alle sehen alles

Wir haben sämtliche Dokumente, Lohnabrechnungen, Lieferanten Rechnungen, unser Bankkonto Saldo, Spesen, Jahresabschlüsse in der Cloud. Alle haben darauf Zugriff – jeder kann sich jede Information selber beschaffen.
Effekt: Wir haben praktisch keine Meetings sondern höchstens Arbeitssitzungen, der Informationsfluss ist durchgängig. Transparente Löhne führen zu transparenten Leistungen, auch für mich als Inhaber.

Mitarbeiter sehen meine Lohnabrechnung & Spesen

2. Alle entscheiden selber: #Vertrauenskultur

Wir haben definiert, wer was macht und wie unsere Schnittstellen sind.
Mitarbeiter lösen Bestellungen selber aus, erfassen Ihre Spesenabrechnungen in Bexio, Entscheiden über Rabatte und Kundenaufträge und nutzen

die Firmenkreditkarte welche mit Prüfziffer in der Cloud liegt

Effekt: Es entstehen Jobs mit Verantwortung. Das Kollektiv (#teamistalles) wirkt regulierend. Die Overhead und Stabskosten sind 0 CHF. Wer Vertrauen missbraucht, wird entlassen.  / Basis für ein solches System ist ein #Vertrauensvorschuss – dadurch entsteht Loyalität. (vgl auch partnershipvalue.org)

3. Stories – und bitte keine Exceltabellen

Interne Emails sind verboten. Externe Emails versendet jeder selber, cc ist verboten.
To do’s – oder Tasks wie wir es nennen werden in Redbooth.com erfasst. Wir versuchen den Zielzustand (Stories) zu beschreiben und den Task jemanden zu assignen (zuweisen). Dieser arbeitet an diesem Task und involviert (“tagt”) weitere Personen falls notwenig. Zwischenresultate oder Fragen werden als Kommentar erfasst, Entscheidungen dokumentiert und bei Erledigung einfach ein Häckchen gesetzt. In einer Art Facebook (Stream) sehen alle auf diesen Task zugewiesenen Personen was der aktuelle Stand ist. (d.h. auch der Buchhalter hat einen Redbooth Account). Viele Mitarbeiterinnen haben ein fixes Teilzeitpensum (zB Grafikerin) pro Woche. Erledigt werden immer die wichtigsten Stories, die anderen werden nach hinten verschoben. Jeder sieht von jedem Mitarbeiter, welche Prioritäten er aktuell hat. Etliche Mitarbeiter arbeiten für diverse meiner Firmen – d.h. die Firmengrenzen werden praktisch aufgehoben. Für die interne Kommunikation, für das Team Building oder kurze Rückfragen benützen wir whatsapp.

Ich liebe whatsapp

Effekt:  Koordinationsaufwand praktisch 0, hohe Transparenz (wer macht was), ständige Release-Orientierung erhöht Produktivität. (Stories die nicht so wichtig sind, werden ständig tiefer priorisiert und nach hinten geschoben).
Diese Arbeitstechnik ist stark an SCRUM aus der IT Branche angelehnt. 

4. Keine Büros – keine Zeit & Ferienerfassung

Die vorgenannten Punkte sind die Basis, dass alle Mitarbeiter ortsunabhängig arbeiten können. Wir haben Mitarbeiter über 2000km verstreut in Europa, viele sehen sich nur 1-2x jährlich an einer Firmenparty. Wir kennen alle Arbeitsvertragsformen (Fix, Teilzeit, Stunden, Freelance), der Mitarbeiter wählt selber. Zudem hat jeder Mitarbeiter seine Zeitautonomie, bestimmt wann und wo er/sie arbeitet. Bei Bedarf zahlen wir einen Platz im co-working space. Durch die Taskorientierung und die transparenten Löhne ist die Leistungsorientierung gegeben, eine Zeitkontrolle obsolet. Natürlich hat das SECO an solchen Regelungen keine Freude, doch diese Art von Arbeit gehört die Zukunft und es ist gegenseitiges win-win. Im Betonwerk unterliegen wir einem GAV was uns zur Zeiterfassung zwingt; wir haben dort eine APP auf dem Handy wo jeder Mitarbeiter selber “einstempeln” kann. Zudem können wir so eine Auftrags-Nachkalkulation machen.
Effekt: Mitarbeiter arbeiten dann, wenn es in ihren Wochenablauf passt oder sie am produktivsten sind. (Programmierer meistens Nachts, Mamas wenn die Babies schlafen, usw.) Durch dieses Arbeitsmodell können wir hochgradig qualifizierte und fähige MitarbeiterInnen anziehen – insb. Mamas und Menschen die sich selbständig machen und ein Teilzeit-Fixeinkommen benötigen. (Rund 10/24 Mitarbeiter haben eine Selbständigkeit neben den Tätigkeiten bei uns)

5. Inkrementelle Verbesserung & Resonanz Prinzip

Die Weiterentwicklung von unserem Business (wir wachsen jährlich zwischen 20-100%) machen wir durch viele kleine Verbesserungsschritte. Jede Woche führen wir etwas kleines neues ein, probieren in der Produktion etwas neues aus, machen einen Newsletter, entwickeln neue Produkte oder verbessern unsere Webseite. Jede Woche werden wir ein kleinwenig besser – also werden wir 52x besser pro Jahr. In 4 Jahren werden wir 200x besser – von BigBang und Product Launches halte ich absolut nichts.

Neue Produkte entwickeln wir zudem nur auf Kundenanfragen (=Resonanz auf das wir tun). In dem Moment, wo wir eine Kundenanfrage noch nie gehabt haben, startet bei uns die Maschine. Wir überlegen uns a) wie lösen wir das Kundenproblem?  und b) wie können wir daraus ein Produkt machen? 

Dieser Ansatz wird in der modernen Startup Welt auch #Designthinking genannt. Zu oft habe ich in meinem Startup-Leben ein Produkt kreiert und dann versucht, es zu verkaufen. 

“Erfolg von Jungunternehmen ist es, von Misserfolg zu Misserfolg zu gehen ohne seinen Enthusiasmus zu verlieren”

Effekt: Wir scheitern auch heute noch. Regelmässig. Fast wöchentlich. …doch wir haben immer auch wieder Produkte und Lösungen die funktionieren. An denen orientieren wir uns. Jeder Mitarbeiter bringt ständig neue Inputs & Verbesserungen – das macht unsere Arbeitskultur aus.

Scheitern ist so normal wie gewinnen.

Businesspläne haben wir um die Liquidität zu planen, jedoch kommt es am Jahresende eh immer anders. So gehört das ständige rekrutieren von Mitarbeitern zu unserem Job.  Jobangebote


Persönliche Arbeitstechnik:

Die vorgenannten Regeln gelten auch für mich und geben auch meinem Arbeitstag eine Struktur. Zudem arbeite ich selber 4 Tage pro Woche – ich habe in jeder Woche 1-2 Nachmittage oder einen ganzen Wochentag für mich. Diesen verbringe ich mit meinem Sohn (Teilzeitmann.ch ), nütze ich für Gespräche & Treffen mit mir wichtigen Personen und zum Velo/Biken/Joggen resp. Ski/Telemark/Snowboarden. (Ich komme auf 30-40 Skitage p.a.) Am Wochenende mache ich immer nichts. Konsequent. Dazu kommen 6-7 Wochen Ferien. 

1. Emails und Termine 

Ich bearbeite meine Emails nur 1x täglich max 2 Std mit dem Inbox 0 Prinzip. D.h. ich versuche ein Email nur 1x anzugreifen und dieses a) zu löschen b) zu beantworten oder c) einen Task auf Redbooth anzulegen (=Arbeit dahinter) und habe am Abend eine leere Inbox. Auf meinem Handy ist zudem nur meine private Mailbox synchronisiert.

Ich hasse Emails

Diese Arbeitstechnik nimmt mir ggü früher enorm viel Stress aus dem Alltag – zudem habe ich in meinem Leben schon zu viele 1000 Stunden in der Inbox verschleudert. Mein Job ist es, die Firma zu entwickeln – neue Mitarbeiter zu suchen – Kunden zu treffen und Probleme zu lösen – usw …

Daher vereinbare ich Termine auch max 2,5 Wochen im voraus. Die Planung mache ich jeweils 10 Tage rollend. 

2. Delegation & Vertrauen

Am Anfang mache ich die Dinge selber. (wird auch #bootstrapping genannt) Überall habe ich die ersten Kunden selber gewonnen, mich im Code vertieft, auf der Baustelle Montagen gemacht. Danach versuche ich, möglichst vieles zu delegieren. Neue Tasks versuche ich so zu strukturieren, dass sie nur das erste Mal bei mir landen und dann von einem Mitarbeiter erledigt werden können. (siehe auch oben)

Der Gretchen-Moment ist dann, wenn etwas schief läuft

oder ein Mitarbeiter einen Fehler macht. Ich versuche dann einzuspringen, mich vorne hinzustellen und die Verantwortung zu übernehmen. Natürlich versuchen wir zu lernen und es zukünftig besser zu machen. Schlussendlich agieren Mitarbeiter aber nur dann frei, wenn Sie vertrauen können. Der Vertrauensbeweis entsteht in Krisen und nicht bei Schönwetter. Klar kostet das auch etwas – wir verlieren durch Fehler tausende von Franken im Jahr. Der Gewinn ist aber viel höher. 

3. Reisen (ich habe kein Auto)

Ich versuche jede Woche mind 1/2 Tag in jeder Firma zu verbingen. Das heisst, dass ich oft unterwegs bin. Ich reise ausschliesslich im Zug (Zug= Arbeitszeit) – für’s autofahren fehlt mir schlicht die Zeit. Für die letzte Meile benütze ich Mobility (carshare) und Smide (ebike share). Zudem bin ich 2×5 Tage im Monat in Innsbruck wo mein Sohn lebt.

4. Gemeinschaft & Party

Durch die digitale und räumlich getrennte Arbeit kommt das Zwischenmenschliche zu kurz. Zwar können wir mit Whatsapp Gruppen das eine oder andere kompensieren. Persönliche Treffen (siehe Punkt 3) nütze ich vor allem auch zum Austausch von privatem. Zudem haben wir im Sommer und Winter je ein gemeinsames Event wo ich versuche, auch die Mitarbeiter von weiter weg einzufliegen.

Wir machen dann Party

5. Unternehmensführung & Kontrolle

Viele Aspekte der vorgenannten Punkte entsprechen dem Holacracy Prinzip. Unser entscheidender Unterschied ist jedoch der, dass die Endverantwortung am Schluss bei mir liegt und nicht im Kollektiv (=mein Hauptkritikpunkt von Holacrazy …funktioniert nur bei Schönwetter – bei uns stürmt es oft). Zwar sind einzelne Kern-Mitarbeiter mit dem Erfolg der Firmen verbunden (nicht zwingend Aktienbeteiligung), schlussendlich jedoch liegt die Verantwortung bei mir, dass am monatsletzten jeder seinen Lohn am Konto hat. (Wir sind bis auf ein paar Darlehen selbst finanziert). Dem entsprechend habe ich für jedes Unternehmen einen tagesaktuellen Liquiditätsplan und gebe die vorerfassten Zahlungen im eBanking selbst frei. Konkret:

Ich kenne den Auftragsbestand & Bankkonto Saldo von jeder Firma stets auswendig.

Schlusswort:

Natürlich lässt sich das alles viel einfacher in einer jungen Firma einführen. Ich bin jedoch überzeugt, dass viele Punkte für zukünftige Führungskräfte absolut KEY werden und sich die Arbeitstechnik bei Bürojobs massiv verändern wird. 

Der persönliche Grund für die vielen Firmen und verschiedenen Jobs und Tätigkeiten ist vermutlich meine ADHS Veranlagung und Lust, neues zu erschaffen und den Status Quo zu hinterfragen (Sternzeichen Skorpion).  …aber so soll und muss jeder sein eigenes Leben gestalten. Mir macht das Spass. 

Ich verstehe mich als Teil des Kollektivs – so hat jeder seine Aufgabe bei uns. Meine ist es zu schauen, dass wir nicht pleite gehen und uns entwickeln können und Umsatz machen. Daher verdiene ich auch nicht mehr als meine Leute. Einige haben sogar höhere Löhne als ich. Aber mehr als 1 Kotelett am Tag kann ich ja eh nicht essen. 

Bild: So habe ich heute am 7.9.2017 im ImpactHUB diesen Blogpost geschrieben.

#G20 – was wir uns schon fragen sollten

Dieses Bild aus Twitter symbolisiert mE am besten das Problem der Krawalle in Hamburg und warum globale Einigkeit besteht, dass das dumme Chaoten waren. Doch so einfach ist es mE nicht. 

Die Globalisierung kennt Gewinner, Verlierer und Geschädigte. 
Die Gewinner.   …sind wir Westlichen. Wir kaufen ein T-Shirt fuer 3 Euro, essen einen Bic Mac fuer 8 Franken, usw. Unser Wohlstand basiert auf freiem Welthandel. Könnte die CH oder Oesterreich nur sich selber versorgen, waeren wir so arm wie Senegal. Das gibt es endlich zu akzeptieren, wir sind die Gewinner und haben daher eine Schuld an den Verlierern.

Die Verlierer

Sind die Entwicklungsstaaten. In der Volkswirtschaft gibt es den Ausdruck des “trickle down” Effekts. Dieser besagt, dass Arbeit immer dort hin wandert wo sie einen Grenznutzen erzielt und dort Wohlstand bringt. Als Beispiel wird China angeführt. Doch jeder der schon einmal in einem solchen Land war, kann ungebildet erkennen, dass das schlicht eine Luege ist. Menschen die fuer 5 Dollar am Tag fuer einen Weltkonzern arbeiten bleiben immer arm. Die ganze Rendite landet in den Kassen der Weltkonzerne und korrupten Beamten in diesen Ländern während das Volk mausarm bleibt. Dass sich in diesen Ländern früher oder später Widerstand breit macht, kann als sicher angenommen werden. Europa wird sich vorallem mit Afrika auseinander setzen müssen. 

Die Geschädigten

Sind wir alle, insb unsere Kinder die mit der Umweltschaedigung leben müssen. Globalisierung und Kapitalismus ist verantwortlich für gigantische Umweltschaeden. Der Grund sind viel zu tiefe Transportkosten und ein Fehlen von globaler Kompensation. Es gilt die Regel: Was nicht verboten ist, ist erlaubt. Die Weltkonzerne machen es sich viel zu leicht und übernehmen absolut keine Verantwortung.  Beispiele?

Die grössten 10 Containerschiffe stossen so viel Co2 aus wie 30 Mio Autos. Unser Cement mit dem wie Häuser bauen wird in Osteuropa und Afrika gebrannt mit mangelhaften oder fehlenden Filteranlagen. Wir kaufen Nuesse aus Senegal im Geschäft deren Preis 10x höher als der Lokalpreis ist. Es interessiert mich Konsument null, ob da fair trade dahinter ist oder nicht. …Ich habe in meinen Reiseblogs schon oft darauf hingewiesen.

Und jetzt?

Natürlich können wir so weiter machen und die Hamburger Demonstrationen abtun (nicht dass ich die Gewalt und Zerstörung gutheisse). 

…wir können aber auch anfangen Verantwortung zu übernehmen. Mit offen Augen und Ohren, schlicht bei unguten Firmen und Produkten nicht mehr einzukaufen und so anzufangen Unternehmen zu zwingen sich mit Corporate Social Responsibility und Impact investing zu beschäftigen. Das fängt beispielsweise beim eigenen Aktienfonds an. Jeder trägt Verantwortung. Und jeder sollte etwas von seinem individuellem Reichtum an Entwichlungslaender geben. 

Die Unternehmer unter uns haben eine gesteigerte Verantwortung, da wir in der Multiplikation einen viel größeren Hebel darauf haben. Meine Betonfirma dade design zB produziert in der Schweiz und CO2 neutral.