Wieso das mit der Vereinbarkeit in der CH nicht klappt und es die Firmen selbst richten müssen. #Papizeit #Frauenquote #Gleichstellung 

Frau an den Herd, Mann als Ernährer in die Arbeit. Dieses Modell praktizieren zwei von drei Familien in der CH. Oder anders ausgedrückt, 8% der Väter kümmern sich in Teilzeit um Kinder an mind. 1 Tag die Woche,  während 80% aller Mütter gar nicht oder in Teilzeit arbeiten und

50’000 Akademikerinnen zuhause sitzen. LEBENSLANGE. 

Wieso das so ist, dazu gibt es viele Studien. Doch viel spannender sind aktuelle Ereignisse die aufzeigen, warum es in der CH nicht funktioniert mit Frauen im Kader und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Der Bundesrat lehnte diese Woche die Initiative für einen Vaterschaftsurlaub ab. Ohne Gegenvorschlag. Grund: Zu teuer.

Neben der Tatsache, dass die CH neben Albanien und anderen Exoten das einzige Land in Europa ohne Vaterschaftsurlaub ist,  (1 Tag, gleich viel wie für einen Umzug) gibt es einen wichtigen Grund für eine Papizeit direkt nach der Geburt: Das Bonding von Vätern findet in den ersten 10 Tagen statt. Der NZZ Journalist irrt sich also gewaltig mit seiner Aussage, es ist keine Geschenkaktion sondern die Basis für egalitäre Familien. 

Doch auch für die Mütter ist ein Vaterschaftsurlaub wichtig, denn eine neue Ära wird mit der Geburt eingeleitet. Von nun an müssen sich die Eltern in Teilzeit oder eine Kita um den Nachwuchs kümmern. Mütter die es versäumen ihre Männer mit in die Verantwortung zu nehmen, werden mit 80% Wahrscheinlichkeit in der Teilzeifalle landen. Und das bedeutet in der Regel: Keine Beförderungen und Lohndiskriminierung. 

Das alte weisse (dicke) Männer System 

Es gibt weder eine Partei,  noch eine Frauenorganisation, noch ein (Arbeitgeber-) Verband in der CH, die wirklich auf die Hinterbeine stehen und ernsthaft etwas verändern wollen resp können. (Zb ist der AGV gegen eine 20% Frauenquote). Auch der aktuelle shitstorm (1000mio für die Olympiade 2026, kein Geld für Papizeit) wird sehr schnell verhallen. Der Grund:

Es gibt in der CH keine Mehrheit, die Frauen ernsthaft fördern und insb. Mütter gleichstellen wollen. Es fehlt die Pain, auch von der Frauenseite. 

Die Sozialisierung (also wie wir aufgewachsen sind) sowie ein politischer Unwille sind die Hauptgründe für den Status Quo. 

Die Firmen müssen es selber richten
Wer auf gesellschaftliche oder staatliche Hilfe wartet, wird den Zug verpassen. Denn es ist so, dass Unternehmen mit >20% Frauen im Kader massiv bessere Renditen erwirtschaften und dass Unternehmen mit mobilen und flexiblen Arbeitszeitmodellen erhebliche Effizienzgewinne einfahren und sich für die Digitalisierung trainieren. Aber auch für Väter ein attraktiver Arbeitgeber zu werden steht hoch auf der Agenda, denn immer mehr Männer gewichten Vereinbarkeit höher als das Gehalt. Schlussendlich sind die (leistungs-) fähigsten Mitarbeiter zwischen 35 und 50. Dummerweise bekommt man heutzutage dann die Kinder. Familienförderung ist also ein Muss für jedes marktwirtschaftlich orientierte Unternehmen…. und ein Volkswirtschaftlicher Gewinn. (Die 50000 wurden schliesslich einmal ausgebildet). 

Gender Diversity, Teilzeitkarriere,  Teilzeitmann

Themen mit denen ich mich seit fast 10 Jahren beschäftige. Mit www.doit-smart.org haben wir jüngst einen Beratungsansatz entwickelt um Gender Diversity auf das nächste Level zu bringen. Mit einem ganzheitlichen 8 Dimensionen Modell analysieren und implementierten wir unzählige Massnahmen in Unternehmen. Für Frauen und Männer!

Und schlussendlich werden die Schweizer Unternehmen nicht darum herum kommen, Kaderfrauen welche anders sozialisiert und gefördert wurden gezielt zu rekrutieren u/o zu importieren (findet eh schon statt, vgl HSLU Studie) und sich von patriarchalen Chefs und entgleisenden Mitarbeitern zu trennen.

Es ist eigentlich simpel: Klare Ziele setzen, Gender Diversity zum CEO Thema machen und öffentlich Stellung beziehen wie jüngst Larry Page von Google. Story hier

… Dann wird auch die Politik mit einschwenken, denn das Thema wird -endlich – mehrheitsfähig. 

​Die Schweiz stellt 11 Weltmeister an der Berufs WM der U22. 

Die Schweiz stellt 11 Weltmeister an der Berufs WM der U22. Das ist Spitze!

Auf dem Lohnniveau wo sich die CH bewegt ist die einzig mögliche Strategie für Unternehmen die Excellence und Marktführerschaft in Nischen. 

Besonders spannend; Gold bei Auto Mech und Schreiner aber auch bei Webdesign und Software Lösungen!

Handwerk mit digitaler Kompetenz gehört die Zukunft, das wird in Zeiten von einer völligen Überbewertung von FB, Apple und Tesla oftmals verkannt.

Es war noch nie einfacher und günstiger eine Nische zu vermarkten. Die KMUs der Schweiz haben riesiges Potenzial und sind mit solch guten Nachwuchskräften bestens aufgestellt. Auch die Duale Berufsbildung wird einmal mehr bestätigt. 

Ich stelle die Kompetenz von (meinen) Handwerkern täglich immer selbst wieder fest und bin begeistert. (siehe keel Unternehmen)  Diese Berufe sind unter dem Strich viel befriendigender als die besser bezahlten Bürojobs in Konzernen. 

Weitere Infos zum Swiss Skills Team hier