Mein Jahresrückblick 2016 – Got the sh.. done

Vor nunmehr 7 Jahren habe ich meine Selbständigkeit gestartet und schreibe seit da einen kleinen Jahresrückblick. Die Zeit der Reflektion, der Rückschau ist für mich sehr wichtig und vielleicht inspiriert es auch die einen oder anderen Leser, das für sich zu tun. Und schlussendlich sind meine Jahresrückblicke auch Transparenz in ein Leben eines Aussteigers – resp. Einblick in den wahren Alltag von einem Unternehmer/Startuper und aktiven Vater. (Mehr Infos keel.at)

Konsolidierung

Vor 2 Jahren – Ende 2014 habe ich meine ICT & Startup-Ideen (Hintergrund) und beschlossen, mich auf die Themen Beton und new work/Teilzeit als Unternehmer zu fokussieren und dem Bootstrapping – sprich dem Aufbau Schritt für Schritt aus eigener Kraft (vs. Risikokapital) – treu zu bleiben. Zugegebenermassen sind das zwei unsexy Themen (um Geld zu verdienen), aber immerhin hat Beton eine laengere Verweildauer als PowerPoint Folien auf dieser Welt und new work hat ganz viel Inhalt und Werte. Die Fokussierung auf diese 2 Themen hat sich 2016 erstmals angefangen auszuzahlen. Doch auch erstmals seit Jahren sind wir Ende des Jahres weniger Mitarbeiter als zu Beginn und wir haben auch weniger Kunden. Insofern war es ein weiteres Jahr des Überlebens und der Konsolidierung. Doch alles der Reihe nach:

36 Skitage, 5 Reisen, viele Papa Tage & eine Klassenwiederholung

Mein 8 jähriger Sohn ist nachwievor jede zweite Woche für 4-5 Tage bei mir. Neben dem normalen Alltag mit Kindern waren wir am Nachmittag nach der Schule oft auf den Skis, spielen Schach im Hofgarten, usw… Doch dieses Jahr kam auch die Diagnose von Legasthenie und er musste die zweite Klasse wiederholen. Eigentlich lief das ganz undramatisch ab und hat sehr sehr vieles ins positive gewendet – doch einfach ist ein Klassenwechsel nie.

Daneben war ich oft am reisen – meistens mit meiner tollen Partnerin Angela – so waren wir in Portugal am surfen, in Canada, Mailand, Madrid, usw…

Die 4 Wochen Offline-Time im Sommer und die Papa Tage sowie die ausnahmslos arbeitsfreien Wochenenden (Laptop ist spätestens Freitag Nachmittag zu) sind mir extrem wichtig und brauche ich zur Regeneration. Mit 38 stosse ich im Arbeitsalltag manchmal an meine Leistungsgrenzen – ein mir weitgehend noch unbekanntes Gefühl – auch bei mir klopft das Alter langsam an. Die Freizeit – die Papa Tage und die Reisen sind für mich Priorität Nr. 1 und ich schaue, dass auch alle meine Mitarbeiter diese Priorität haben können. Natürlich gibt es Wochen mit extremer Belastung und Überzeit – aber es gibt auch die anderen Wochen und die langen Ferien im Sommer und Winter. Jeder Mitarbeiter kann sein Familienmodell bei uns leben.

Die möchtegern UnternehmerInnen

Die Teilzeitkarriere meiner Teilzeit AG erfreut sich nachwievor steigender Nachfrage bei den Teilzeitjob-Suchenden, bei Speeches (2016 total 17 Anlässe) und in der Presse. So begleitete mich dieses Jahr ein SRF Kamerateam für eine DOK Sendung durch meinen Alltag und wir waren in unzähligen Online- & Printmedien sowie Radiosendungen Thema.

Doch inhaltlich – resp. bei Unternehmen – ist die Situation nachwievor schwierig resp. die Nachfrage mässig. Daher trennten sich im zweiten Halbjahr auch die Wege von meinem langjährigen Mitarbeiter und Leiter TEILZEITMANN Jürg Wiler (alles GUTE Jürg und herzlichen Dank!). Ich habe die Stelle der Geschäftsführung und MitunternehmerIn ausgeschrieben. Auf ein riesiges Echo durfte ich viele spannende Menschen kennenlernen. Doch am Schluss hat sich niemand gewagt, als MitunternehmerIn mit einzusteigen. In der Presse wird zwar sehr viel über Entrepreneurship geschrieben und Startup Veranstaltungen spriessen wie Pilze aus dem Boden – doch von den qualifizieren Fachkräften sind nur sehr wenige bereit, den Schritt ins Ungewisse zu machen und die Komfortzone zu verlassen.

Dass flexiblen Arbeitszeitmodellen die Zukunft gehört und wir in der Pole Position sind – daran zweifeln wenige. Doch für 6000 Franken brutto über Jahre etwas aufzubauen sind nur wenige bereit. Eigentlich verrückt. …ich habe darüber auch an der #Fuckupnight gesprochen.

Doch es wird weiter gehen – unter dem Projekttitel: BETTER DO IT SMART werden wir unser Angebot zur Förderung von Diversity und flexiblen Arbeitszeitmodellen in Unternehmen weiter ausbauen und mit Nele haben wir eine tolle neue Mitarbeiterin.

Warum 100% Wachstum nicht für alle lustig ist

Klar, man kann sagen dass Wachstum nicht alles ist. Doch wenn man ein Betonwerk mit über 500m2 Produktionsfläche, Maschinenpark und Lager betreibt macht Wachstum einfach Sinn. Zudem interessiert mich der Status Quo nicht. Auch dieses Jahr ist dade-design concrete works wieder um 100% Umsatz gewachsen. Wir haben viele neue Kunden und Projekte gewonnen und Produkte lanciert (u.a. eine Outdoor Küche und einen Whirlpool). Doch primär war ich in diesem Jahr beschäftigt, unsere Liquidität und Margen zu verbessern und uns auf das nächste Level zu bringen. Das hat dazu geführt, dass sich die Wege mit einigen Mitarbeitern aber auch mit Bestandeskunden getrennt haben. Unser Profil ist heute schärfer, die Produkt- und Innovationspipeline randvoll und wir sind besser aufgestellt auch im nächsten Jahr kräftig zu wachsen – doch bei jeder Veränderung (auch wenn es ein Startup ist), kommt Neues erst, wenn man Altes gehen lässt. Ich danke allen ehemaligen Mitarbeitern für ihren Einsatz und wünsche alles Gute. Willkommen im Team Tresdiano & Julio. 

Für mich ist die Faszination Beton ungebrochen und wir alle teilen diese Leidenschaft. Schön, dass wir unser Können an der diesjährigen Biennale in Venedig in der Arsenale zeigen konnten.

Wir sind mit diesem Projekt in die internationale Champions League aufgestiegen was die Beton- und Schalungstechnologie (mit 3D Druck) betrifft. An weiteren 6 Messen wurden unsere Betonunikate gezeigt, u.a. auch am Il Salone del Mobile in Mailand mit eigenem Showroom.

What counts

Dieses Jahr habe ich mir vermehrt auch Gedanken gemacht, was eigentlich wirklich zählt. Die Bilanz- und Erfolgsrechnung sind es nicht.

Neben dem sich und die Mitarbeiter zu ernähren ist es die Menschlichkeit und Partnerschaft in (Kunden- und Lieferanten) Beziehungen. Die Essenz ist es, neben allen Rückschlägen, Enttäuschungen und rauem Umfeld (insb. finanziell) weich zu bleiben. Ein Handschlag zählt für mich mehr als ein Vertrag.

Natürlich wird man damit verwundbar – doch was man gewinnt ist viel Grösser. Immer mehr setzt sich bei mir das Bild durch, dass es nur 2 Arten von Unternehmen gibt:

Unternehmen mit Angst & Mangel
Unternehmen mit Vertrauen & Fülle

Bei uns gelten seit Jahren die Grundsätze: #Teamistalles (jeder ist verantwortlich) und alles sehen alles (Transparenz). Ich nenne das #Vertrauenskultur.

Ich möchte in einem Umfeld arbeiten, wo wir uns vertrauen und wo wir eben auch eine Gemeinschaft sind die auf sich gegenseitig acht gibt. Dazu zählt auch die Umwelt. Als vermutlich erstes Betonwerk produzieren wir seit einem Jahr CO2 neutral. …leider interessiert das praktisch niemanden, aber das ist egal – es geht ja um den Inhalt und unsere Werte.

…und manchmal hat man auch Glück

zB in der Liebe … so habe ich meinen Wohnwagen nach 5 Jahren aufgegeben und bin zu Angela gezogen.

zB bei den Finanzen … so hat Mann Nr. 4 dem Ex-Mann Nr. 3 (mir) den Hausanteil in Innsbruck abgekauft und mich nach 5 Jahren aus der persönlichen finanziellen Nullzone befreit.

zB bei Firmenkäufen … so hat der Zufall gespielt, dass auch bei Timberline (einer Schreinerei in Vorarlberg) die Zeit für einen Eigentümerwechsel reif wurde. Ich bin dort im Dezember eingestiegen.

Somit galt auch dieses Jahr meine Regel: “Nicht mehr als 1 neue Firma pro Jahr. (Firma 7 im Jahr 7)

#CollectMomentsnotThings

Was für ein tolles Jahr – ich durfte so viele schöne Momente mit meinen Freunden verbringen und habe einen gesunden und super froehlichen Sohn. 

Telemark, Ski,  Surf und Wakeboard mit Freunden, rauschende Parties – u.a. in einem Schloss in Dresden und im Hafen Basel, Fasnacht mit den Kesselbaechlern, meinen Geburtstag mit Heroes & Villains, den 61er von meinem Vater,  eine Gletschertour auf 3777Meter, Montag Mittagessen bei Mama, Iron Maiden im strömenden Regen, Geburten und keine Beerdigung, Haida im Wallis usw usw…

Besonders freuen mich die vielen Besuche von Freunden an meinen zwei Wohnsitzen in Zurich und Innsbruck.

What a life… #thankful

 Ps fuer Titus: Das Motto fuer 2017 PP – Produkte und Projekte

 

 

 

 

 

 

 

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