Eine verpasste Chance #Expo15 #Hunger

Die Weltausstellung in Mailand war Publikumsmagnet – die erste Welt überzeugte mit architektonisch hervorragenden Bauten, Newcomer wie Azerbeitschan oder Chile vermochten sich in Szene zu setzen (wir sind jetzt auch Gross und nicht mehr arm) und der Schweizer Pavillon war solide, auch wenn von Herzog und DeMeuron die Praktikanten am Werk waren.

Feed the Planet

Das Motto dieser Expo. Typischerweise haben die Länder jeweils ein Thema aufgegriffen und dieses extrem toll umgesetzt. ZB Luft (Breath) von Österreich,

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Austrian Pavillon “BREATH”

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UK Pavillon: Bees

Bienen von England, Fields of Ideas (Innovation) von Deutschland. Die USA haben mit Food2.0 mehr versucht computergesteuerte Landmaschinen zu verkaufen als wirklich etwas auszusagen. Aber das kennen wir ja.

Unsere Welt hat heute 7 Milliarden Menschen – die Kapazitäten von landwirtschaftlicher Produktion würden jedoch für 11 Milliarden Menschen ernähren. Das Thema der Expo „Feed the Planet“ – was de da facto heisst, Hunger in unserem Paradies Erde zu verbannen – ist insofern bereits irreführend. Das Problem ist nicht die Produktion von Lebensmitteln, das Problem ist die Verteilung. Viele Menschen auf dieser Erde können sich Nahrung schlicht und einfach nicht leisten. …Oder der Zugang zu Nahrung wird durch korrupte Regime & ausbeuterische Konzerne verhindert. (vgl Nestle die verhindern wollen, dass die Ressource Wasser ein Allgemeingut bleibt). Monokulturen, Ausdehnung der Wüsten, Abholzung der Wälder und immer stärker werdende Naturkatastrophen führen zu Hunger.

Natürlich nicht:

Kein einziges Land hat das Verteilungsproblem – die grenzen vom Kapitalismus – thematisiert. Niemand die Ausbeutung durch Konzerne. Klar nicht – wieso sollen sie auch? Schliesslich lebt ein Staat in der ersten Welt von Steuereinnahmen ebensolcher Geschäfte & Konzernen.

Verpasste Chance:

Im Nachgang zu meinem Expo Besuch wird für mich immer deutlicher, dass die Länder mit Hunger (Sahelzone, Zentralafrika, Teile von Südamerika und vereinzelt Staaten in Asien sowie fast sämtliche Kriegsgebiete) eine grosse Chance verpasst haben. Denn viele dieser Staaten waren an der Expo, haben in der zweiten Reihe Bauten zur Verfügung gestellt bekommen. …und haben darin Souvernirs und Trommeln verkauft. Die #Expo15 wäre eine Chance gewesen, auf das Verteilungsproblem aufmerksam machen. Dass sie die Probleme beim Namen nennen UND …dass die Länder selber Wege und Lösungen aufzeigen, was Bürger der ersten Welt (Expo Besucher) tun können, um Hunger auf dieser Welt zu eliminieren.

Nach meinem Besuch in Westafrika dieses Jahr (vgl Blogpost) ist mir indes auch klar, dass die Eliten in diesen Ländern absolut kein Interesse haben, irgend etwas zu ändern. Denn durch das aktuell vorherrschende korrupte System, leben diese Eliten in Saus und Braus während die eigene Bevölkerung an Hunger stirbt. Feed the Planet – lässt sich wohl nur erzielen indem wir unser kapitalistisches System überdenken. …und dazu gehört auch ein Auftritt an einer Expo. …was wenn die Schweiz als neutrales Land eine Vordenker-Rolle übernehmen würde? Auch wir haben eine Chance verpasst.

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