Warum es den #Fachkräftemangel nicht gibt

Den Fachkräftemangel gibt es nur, wenn man den weissen Mann zwischen 30 und 50 Jahren in Vollzeit sucht. Unternehmen mit Mangel an Fachkräften sind selber schuld.

Ausgewiesen ist ein Mangel an Fachkräften in diversen Branchen, allen voran Pflege gefolgt von Ingenieuren, Informatik und Handwerkern.

Werfen wir einen Detailblick, zB auf die Bauingenieure. Derzeit werden in der Schweiz rund 300 Bauingenieure gesucht und Personalvermittlungs-Prämien von bis zu 50‘000 Franken bezahlt. Doch kein einziges der Stelleninserate ist in Teilzeit oder mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen ausgeschrieben. Das selbe Bild bei Ärzten, Drehern, Elektrikern, Schreinern,…

Wieso ist das so?

Anscheinend lässt man eine Stelle lieber unbesetzt, als dass man als Unternehmen seine Vollzeit-Rekrutierungsstrategie überdenkt. Oder noch weiter geht und im Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle (sowie Cloudsysteme) einführt und so die Basis legt, qualifizierte Teilzeitkräfte zu rekrutieren.

Neulich hat sich bei mir eine hoch qualifizierte Schreinerin beworben. Sie meinte, dass www.dade-design.com die einzige qualifizierte Schreinerstelle in der ganzen Schweiz in Teilzeit anbietet

Pflegeberufe – etwa da ein Fachkräftemangel?

Klar gibt es ihn, den Fachkräftemangel bei Ärzten und Krankenschwestern. Anders als bei den Handwerkern sind in der Pflege Teilzeitpensen gang und gäbe. Manche Personalverantwortliche sprechen sogar vom Prolbem #Teilzeit. …denn eigentlich hätten sie genug Leute, wenn alle mehr/Vollzeit arbeiten würden.

Ich erlaube mir hier mal eine Gegenfrage. …ist es eventuell hausgemacht, dass sich ein Beruf in der Pflege nur mit höchsten Anstrengungen in Vollzeit bewältigen lässt? Die Dienstpläne sind ein Wahnsinn. Nachtdienst, Frühdienst, Spätdienst, Wochenenden … alles abwechselnd, ohne Ryhtmus und nur wenige Woche im voraus bekannt. Als Mama ist es heute unmöglich als Krankenschwester zu arbeiten ausser man hat ein familiäres Umfeld, das so flexibel ist. …oder kennt jemand eine Kita die bis 22 Uhr geöffnet hat?

Flexible Arbeitszeitmodelle werden in der Pflege ausschliesslich zu Lasten der Mitarbeiter ausgelegt. Um den Job ans private Umfeld anzupassen (insb für Familie) flüchen viele in Teilzeit.

Ein „Aha-Erlebnis“ hatte ich am Podium vom letzten swissstaffing day in Interlaken. Wehement hat Valentin Vogt (Arbeitgeber Präsident) die Position vertreten, es gibt den Fachkräftemangel und qualifizierte Jobs lassen sich kaum in Teilzeitpensen aufteilen. …rund eine halbe Stunde später brachte er dann das Beispiel, dass sie in seinem Betrieb in #Altersteilzeit einen Ingenieur zurück geholt haben um Hochspannungsturbinen weiter zu entwickeln. …es geht also doch! Betriebe finden Ihren Weg – wenn Sie wollen. Und immer mehr Unternehmen realisieren, dass er Weg über flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeit sowie Familienfreundlichkeit führt. Denn die fähgisten und leistungsfähigsten Mitarbeiter sind zwischen 30 und 50 …in diesem Alter bekommt man nun mal Kinder. Und wer Frauen im Unternehmen (im Management) haben will, der legt damit den Grundstein.

Schlussendlich geht es als Unternehmen darum, sich auch als Arbeitgebermarke zu positionieren. Ein Fachkräftemangel hat nur, wer als Arbeitgeber-Marke versagt. Ein eindrückliches Gegenbeispiel ist Ergon Informatik in Zürich die aufgrund zahlreicher Spontanbewerber seit Jahren keine Stelleninserate mehr schreiben müssen.

Weiterführende Literatur sowie einen Massnahmenkatalog für Firmen hin zu flexiblen Arbeitszeitmodellen unter: teilzeitkarriere.ch/facts-fuer-firmen.html