Leben 2.0: Sechs unternehmerische Gedanken 6 Wochen nach meiner Entlassung vom Spital

Im April 2017 hat mich eine ungeklärte Infektion mit einem ARDS auf der Lunge fast getötet. Ich war 10 Tage auf der Intensivstation im Universitätsspital Zürich. Im Lotto 10Mio gewinnen oder fast sterben gibt einen besonderen Blick auf das, was wirklich wichtig ist im Leben. 

Hier 6 unternehmerische Gedanken 6 Wochen nach meiner Entlassung vom Spital:

1. Comeback der Gesundheit

Anfangs war jeder Spaziergang anstrengend, heute kann ich bereits wieder 15k joggen und 1000hm biken. Gesundheit ist das Wichtigste … mit fast 40 war das ein wakeup call: Schlaf, sinnvolle Ernährung, täglich Sport und mässig Alkohol sind der Schlüssel. Ich muss und will noch 30 Jahre wirken. 

2.  Die Sinnfrage…

habe ich schnell beantwortet. Ich lebe und liebe was ich tue. Es sind meine Ideen und Visionen die ich verwirkliche. Mein Leben ergibt so viel Sinn. Die Bereitschaft weiter zu pushen, zu erfinden, Konventionen zu brechen und da weiter zu machen wo ich stehe, ist noch stärker. Wie sehr ich als sinnentleerter Söldner einer grossen Firma nicht mehr Leben könnte ist mir wieder bewusst geworden. Mein Sparkonto ist irrelevant, ich habe alles was ich will und brauche und mehr als ein Kotelett pro Tag kann ich eh nicht essen.

3. Elimination von Stress

Die Tage weniger voll zu planen, bewusste Pausen einzulegen, etc …daran arbeite ich noch. Am Rhythmus max 4 Tage zu arbeiten und das Weekend konsequent fuer mich zu haben bleibt. Die fuer mich grösste Stressquelle jedoch, jeden monatsletzten ca. 25 Löhne in 4 Firmen zu zahlen bleibt. Ich spiele mit dem Gedanken, das ganze Wachstum zukünftig nicht ausschliesslich durch eigenen Cashflow zu finanzieren und doch wieder Kapital aufzunehmen. So sehr ich die Burnrate-Startup Kultur verabscheue, eine solidere Liquidität wuerde entspannen und gewisse Projekte beschleunigen. 

4. Arbeitstechnik

Neu ist: Ich lese meine Emails nur noch 1x am Tag max 2 Std. …eine unglaubliche Erleichterung! / Geblieben sind: Emails nur einmal angreifen (beantworten, löschen oder einen Redbooth Task anlegen), so vieles wie moeglich delegieren und klare Entscheide treffen. (Ja oder Nein) 

5. #Teamistalles

Die good news: Alles hat ohne mich funktioniert. Wie wichtig der einzelne Mitarbeiter ist, wie wichtig das Kollektiv, wie sehr Misstrauen und Egos keinen Platz haben… alles Dinge die wir schon leben. In den 6 Wochen habe ich schon wieder 4 Mitarbeiter eingestellt. Der Drang ueberall Profis zu haben die im Orchester spielen ist ungebrochen. Den Nr. 1 Anspruch – oder es sein lassen – sollen alle Mitarbeiter mittragen. Wir sind mehr Familie als Unternehmen. Die Befriedigung Arbeitsplätze mit Sinn und Wertschätzung zu schaffen ist gewaltig und macht mich glücklich. Diese Parameter implizieren, dass das Wachstum resp. Skaleneffekte immer beschränkt sein werden in meinem Leben. Aber wie schon gesagt, Geld ist unwichtig – ich habe alles fuer ein glückliches Leben. 

6. Je fast 2000 Follower auf Twitter, Facebook, Instagram und LinkedIn bedeuten nicht viel

Ich habe mich sehr gefreut ueber die vielen Kommentare, likes und Ermutigungen. Es hat mir Kraft gegeben. 

…Doch Social Media bedeutet Reichweite und vielleicht Anerkennung, es bietet Chancen und Dialogflaeche …aber am Schluss sind es eine handvoll Menschen die in das Spital kommen, eine Karte senden oder in der Reha helfen. Allen voran war meine Partnerin, meine Eltern und sehr liebe und geschätzte Freunde. 

…und natürlich mein Sohn der immer Prio 1 hatte und haben wird in meinem Leben. Ich bin so froh dass ich mit ihm so oft wie möglich zusammen war und seit 10 Jahren Teilzeit arbeite. 

Mehr zu den Keel Unternehmen, Papa Blog und Projekten:

Aus dem Kapitel wie Verwaltungen Unternehmen schikanieren – Meine Originalantwort an das Amt für Wirtschaft SG

Hintergrund: Wenn man in der Schweiz eine online Stellenplattform betreibt, sollte (muss) eine Personalvermittlungslizenz vorliegen. Diese ist an die Person des Geschäftsführers sowie an das Unternehmen geknüpft und wird kantonal ausgestellt.

Hier der original Emailverkehr

Sg Frau x
Besten Dank für Ihr Email & Reminder.

Wir haben 2016 keine Vermittlungen vorgenommen. Und auch nicht im Vorjahr und im Jahr zuvor. Wir sind ein Onlineportal und fallen aufgrund komischer analoger Gesetzesauslegungen unter die Personalvermittler. …nötigen Sie zB Google eine Personalvermittlungslizenz zu beantragen? (wir funktionieren gleich) 

Ich ersuche sie auch höflich den HR Auszug intern selber zu besorgen resp. einfach online nachzuschauen http://www.monetas.ch/htm/647/de/Firmendaten-Teilzeit-AG.htm?subj=2061460

…sie haben ja interessanterweise gemerkt, dass wir die Strasse in 9450 Altstätten gewechselt haben. 

Das sind diejenigen Dinge welche Unternehmer so sehr an Verwaltungen stören, insb. auch die partout nicht fortschreitend wollende Digitalisierung. 

Besten Dank & herzliche Grüsse aus Altstätten 

Andy Keel
Founder Teilzeitkarriere & Teilzeitmann
Teilzeit AG
Quellenweg 8
9450 Altstätten
+41 44 500 27 70
www.teilzeitkarriere.com

Von: x
Gesendet: Dienstag, 14. Februar 2017 15:31
An: andy@teilzeitmann.ch

Betreff: aktuell beglaubigter HR-Auszug und Statistikformular 2016

Sehr geehrter Herr Keel
Wir haben Sie mit Schreiben vom 21. November 2016 gebeten, uns einen aktuellen, beglaubigten HR-Auszug zuzustellen, damit wir die nötige Änderung (Adressänderung) auf Ihrer Bewilligung vornehmen können. Leider haben wir bis dato nichts erhalten. Wir bitten Sie, uns den HR-Auszug rasch möglichst zuzustellen.

Auch fehlen uns die Statistikdaten für das Jahr 2016. In der Beilage erhalten Sie das entsprechende Formular. Wir bitten Sie, dies bis spätestens 28. Februar 2017 ausgefüllt und unterschrieben zu retournieren.

Wir danken Ihnen im Voraus für die rasche Erledigung und grüssen Sie freundlich

www.awa.sg.ch

Mein Jahresrückblick 2016 – Got the sh.. done

Vor nunmehr 7 Jahren habe ich meine Selbständigkeit gestartet und schreibe seit da einen kleinen Jahresrückblick. Die Zeit der Reflektion, der Rückschau ist für mich sehr wichtig und vielleicht inspiriert es auch die einen oder anderen Leser, das für sich zu tun. Und schlussendlich sind meine Jahresrückblicke auch Transparenz in ein Leben eines Aussteigers – resp. Einblick in den wahren Alltag von einem Unternehmer/Startuper und aktiven Vater. (Mehr Infos keel.at)

Konsolidierung

Vor 2 Jahren – Ende 2014 habe ich meine ICT & Startup-Ideen (Hintergrund) und beschlossen, mich auf die Themen Beton und new work/Teilzeit als Unternehmer zu fokussieren und dem Bootstrapping – sprich dem Aufbau Schritt für Schritt aus eigener Kraft (vs. Risikokapital) – treu zu bleiben. Zugegebenermassen sind das zwei unsexy Themen (um Geld zu verdienen), aber immerhin hat Beton eine laengere Verweildauer als PowerPoint Folien auf dieser Welt und new work hat ganz viel Inhalt und Werte. Die Fokussierung auf diese 2 Themen hat sich 2016 erstmals angefangen auszuzahlen. Doch auch erstmals seit Jahren sind wir Ende des Jahres weniger Mitarbeiter als zu Beginn und wir haben auch weniger Kunden. Insofern war es ein weiteres Jahr des Überlebens und der Konsolidierung. Doch alles der Reihe nach:

36 Skitage, 5 Reisen, viele Papa Tage & eine Klassenwiederholung

Mein 8 jähriger Sohn ist nachwievor jede zweite Woche für 4-5 Tage bei mir. Neben dem normalen Alltag mit Kindern waren wir am Nachmittag nach der Schule oft auf den Skis, spielen Schach im Hofgarten, usw… Doch dieses Jahr kam auch die Diagnose von Legasthenie und er musste die zweite Klasse wiederholen. Eigentlich lief das ganz undramatisch ab und hat sehr sehr vieles ins positive gewendet – doch einfach ist ein Klassenwechsel nie.

Daneben war ich oft am reisen – meistens mit meiner tollen Partnerin Angela – so waren wir in Portugal am surfen, in Canada, Mailand, Madrid, usw…

Die 4 Wochen Offline-Time im Sommer und die Papa Tage sowie die ausnahmslos arbeitsfreien Wochenenden (Laptop ist spätestens Freitag Nachmittag zu) sind mir extrem wichtig und brauche ich zur Regeneration. Mit 38 stosse ich im Arbeitsalltag manchmal an meine Leistungsgrenzen – ein mir weitgehend noch unbekanntes Gefühl – auch bei mir klopft das Alter langsam an. Die Freizeit – die Papa Tage und die Reisen sind für mich Priorität Nr. 1 und ich schaue, dass auch alle meine Mitarbeiter diese Priorität haben können. Natürlich gibt es Wochen mit extremer Belastung und Überzeit – aber es gibt auch die anderen Wochen und die langen Ferien im Sommer und Winter. Jeder Mitarbeiter kann sein Familienmodell bei uns leben.

Die möchtegern UnternehmerInnen

Die Teilzeitkarriere meiner Teilzeit AG erfreut sich nachwievor steigender Nachfrage bei den Teilzeitjob-Suchenden, bei Speeches (2016 total 17 Anlässe) und in der Presse. So begleitete mich dieses Jahr ein SRF Kamerateam für eine DOK Sendung durch meinen Alltag und wir waren in unzähligen Online- & Printmedien sowie Radiosendungen Thema.

Doch inhaltlich – resp. bei Unternehmen – ist die Situation nachwievor schwierig resp. die Nachfrage mässig. Daher trennten sich im zweiten Halbjahr auch die Wege von meinem langjährigen Mitarbeiter und Leiter TEILZEITMANN Jürg Wiler (alles GUTE Jürg und herzlichen Dank!). Ich habe die Stelle der Geschäftsführung und MitunternehmerIn ausgeschrieben. Auf ein riesiges Echo durfte ich viele spannende Menschen kennenlernen. Doch am Schluss hat sich niemand gewagt, als MitunternehmerIn mit einzusteigen. In der Presse wird zwar sehr viel über Entrepreneurship geschrieben und Startup Veranstaltungen spriessen wie Pilze aus dem Boden – doch von den qualifizieren Fachkräften sind nur sehr wenige bereit, den Schritt ins Ungewisse zu machen und die Komfortzone zu verlassen.

Dass flexiblen Arbeitszeitmodellen die Zukunft gehört und wir in der Pole Position sind – daran zweifeln wenige. Doch für 6000 Franken brutto über Jahre etwas aufzubauen sind nur wenige bereit. Eigentlich verrückt. …ich habe darüber auch an der #Fuckupnight gesprochen.

Doch es wird weiter gehen – unter dem Projekttitel: BETTER DO IT SMART werden wir unser Angebot zur Förderung von Diversity und flexiblen Arbeitszeitmodellen in Unternehmen weiter ausbauen und mit Nele haben wir eine tolle neue Mitarbeiterin.

Warum 100% Wachstum nicht für alle lustig ist

Klar, man kann sagen dass Wachstum nicht alles ist. Doch wenn man ein Betonwerk mit über 500m2 Produktionsfläche, Maschinenpark und Lager betreibt macht Wachstum einfach Sinn. Zudem interessiert mich der Status Quo nicht. Auch dieses Jahr ist dade-design concrete works wieder um 100% Umsatz gewachsen. Wir haben viele neue Kunden und Projekte gewonnen und Produkte lanciert (u.a. eine Outdoor Küche und einen Whirlpool). Doch primär war ich in diesem Jahr beschäftigt, unsere Liquidität und Margen zu verbessern und uns auf das nächste Level zu bringen. Das hat dazu geführt, dass sich die Wege mit einigen Mitarbeitern aber auch mit Bestandeskunden getrennt haben. Unser Profil ist heute schärfer, die Produkt- und Innovationspipeline randvoll und wir sind besser aufgestellt auch im nächsten Jahr kräftig zu wachsen – doch bei jeder Veränderung (auch wenn es ein Startup ist), kommt Neues erst, wenn man Altes gehen lässt. Ich danke allen ehemaligen Mitarbeitern für ihren Einsatz und wünsche alles Gute. Willkommen im Team Tresdiano & Julio. 

Für mich ist die Faszination Beton ungebrochen und wir alle teilen diese Leidenschaft. Schön, dass wir unser Können an der diesjährigen Biennale in Venedig in der Arsenale zeigen konnten.

Wir sind mit diesem Projekt in die internationale Champions League aufgestiegen was die Beton- und Schalungstechnologie (mit 3D Druck) betrifft. An weiteren 6 Messen wurden unsere Betonunikate gezeigt, u.a. auch am Il Salone del Mobile in Mailand mit eigenem Showroom.

What counts

Dieses Jahr habe ich mir vermehrt auch Gedanken gemacht, was eigentlich wirklich zählt. Die Bilanz- und Erfolgsrechnung sind es nicht.

Neben dem sich und die Mitarbeiter zu ernähren ist es die Menschlichkeit und Partnerschaft in (Kunden- und Lieferanten) Beziehungen. Die Essenz ist es, neben allen Rückschlägen, Enttäuschungen und rauem Umfeld (insb. finanziell) weich zu bleiben. Ein Handschlag zählt für mich mehr als ein Vertrag.

Natürlich wird man damit verwundbar – doch was man gewinnt ist viel Grösser. Immer mehr setzt sich bei mir das Bild durch, dass es nur 2 Arten von Unternehmen gibt:

Unternehmen mit Angst & Mangel
Unternehmen mit Vertrauen & Fülle

Bei uns gelten seit Jahren die Grundsätze: #Teamistalles (jeder ist verantwortlich) und alles sehen alles (Transparenz). Ich nenne das #Vertrauenskultur.

Ich möchte in einem Umfeld arbeiten, wo wir uns vertrauen und wo wir eben auch eine Gemeinschaft sind die auf sich gegenseitig acht gibt. Dazu zählt auch die Umwelt. Als vermutlich erstes Betonwerk produzieren wir seit einem Jahr CO2 neutral. …leider interessiert das praktisch niemanden, aber das ist egal – es geht ja um den Inhalt und unsere Werte.

…und manchmal hat man auch Glück

zB in der Liebe … so habe ich meinen Wohnwagen nach 5 Jahren aufgegeben und bin zu Angela gezogen.

zB bei den Finanzen … so hat Mann Nr. 4 dem Ex-Mann Nr. 3 (mir) den Hausanteil in Innsbruck abgekauft und mich nach 5 Jahren aus der persönlichen finanziellen Nullzone befreit.

zB bei Firmenkäufen … so hat der Zufall gespielt, dass auch bei Timberline (einer Schreinerei in Vorarlberg) die Zeit für einen Eigentümerwechsel reif wurde. Ich bin dort im Dezember eingestiegen.

Somit galt auch dieses Jahr meine Regel: “Nicht mehr als 1 neue Firma pro Jahr. (Firma 7 im Jahr 7)

#CollectMomentsnotThings

Was für ein tolles Jahr – ich durfte so viele schöne Momente mit meinen Freunden verbringen und habe einen gesunden und super froehlichen Sohn. 

Telemark, Ski,  Surf und Wakeboard mit Freunden, rauschende Parties – u.a. in einem Schloss in Dresden und im Hafen Basel, Fasnacht mit den Kesselbaechlern, meinen Geburtstag mit Heroes & Villains, den 61er von meinem Vater,  eine Gletschertour auf 3777Meter, Montag Mittagessen bei Mama, Iron Maiden im strömenden Regen, Geburten und keine Beerdigung, Haida im Wallis usw usw…

Besonders freuen mich die vielen Besuche von Freunden an meinen zwei Wohnsitzen in Zurich und Innsbruck.

What a life… #thankful

 Ps fuer Titus: Das Motto fuer 2017 PP – Produkte und Projekte

 

 

 

 

 

 

 

5 Kuechentrends #Eurocucina 2016 Mailand: Bulthaup – der Kuchen war gut

Die alle 2 Jahre stattfindende Eurocucina ist die globale Leitmesse fuer die ganze Branche. Ich habe einige Beobachtungen dokumentiert, natuerlich aus subjektiver Perspektive. Hier sind meine 5 Trends:

Echtholz Fronten
Eine ganze Reihe fuehrender Brands haben unbehandeltes Echtholz gezeigt. Das Rustikale, natuerliche wird mit puristischem Design kombiniert und verleiht so Waerme.
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Unterteilte Inseln
Die Varianten sind mannigfaltig, ob ein ganzes Geruest wie in Profikuechen, ein dezenter Rahmen oder nur eine Ausfaelzung in der Arbeitsplatte.
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Slider
Bereits vor 2 Jahren zu sehen, jetzt noch verstaerkt. Die Arbeitsflaechen werden mit eingelassenen Elementen resp. Schneidebrettern versehen. Das ist praktisch, ist ein Designelement und schont die Materialien. Oftmals wird das Becken(-Modul) abgesetzt.
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Stein, Stahl und Keramik
Stein feiert mE ein Revival. Sehr viele Steinarbeiten waren zu sehen. Herausragend die ST-One von Strasser aber auch viele weitere Brands. (Hier im Bild wieder kombiniert mit Echtholz) Daneben setzt auf Gehrung geschnittene Keramik den Siegeszug fort und auch Stahl wird oft gezeigt. Korian ist ganz verschwunden und Beton ist ueberall als Gestaltungselement aber wenig als Arbeitsflaeche zu sehen. Die Betonkueche von Steininger ist neben Tonicelli immer noch herausragend.
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Null Innovation ausser Valcucine, Bankrotterklaerung von Bulthaup
Das krasse an der Kuechenbranche ist, dass die Kueche erfunden ist und es nur noch um Marktverdraengung durch Margen resp. tiefere Produktionskosten durch Masse geht. Eine Markenkueche ist heute (fast) genau so gut wie ein Billighersteller wie zB. Nobilia die taeglich 2800 Kuechen produzieren.

Valcucine sticht heraus. Erstens sind die Kaesten und Tueren alle aus schwarzen Aluprofilen konstruiert was unzaehlige Vorteile bringt und aus einer Kueche eine Metall- statt Tischlerarbeit macht. Die Kombination der Materialien wird spielend leicht. Ich bin gespannt, ob und wie diese Innovation die Branche veraendern wird.
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Zudem sind die neuen Konzepte unglaublich durchdacht (siehe hier der Wandschrank) und die Materialpalette und Farbkombinationen eine absolute Sensation. (Siehe das trendige Kupfer auf dem Bild) Fuer sich redend zeigt Valcucine auch das Handwerk in ihrem Showroom.
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Als krasses Gegenteil der Branchenprimus Bulthaup.
Zwar ist die Location in einer alten Kirche hervorragend, doch zu sehen gibt es nachwievor nur die B3 mit keiner einzigen Innovation. Schlimmer noch, in einer Ecke versteckt noch eine B1; es ist zu erfuehlen, wie sehr dieses (Billig-) Produkt intern gehasst werden muss. Immerhin war der darauf ausgeteilte Kuchen gut. Doch den Vogel abgeschossen hat Bulthaup mit der Neuinterpretation der B2. Der absolute Tiefpunkt. Konzeptionell schlecht und misersbles Design. Es ist eine Bankrotterklaerung.
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Zusammenfassend befindet sich die Branche in meinen Augen in einer unglaublichen Krise die zwangslaufig darauf hinaus fuehrt, dass zig Brands sterben werden und sich alles der economy of scale unterordnet. So sind die einstigen Flagships SieMatic oder Poggenpohl schon gar nicht mehr in Mailand und andere werden schlicht aus den Hallen gedraengt. Bora zB bei den Geraeten in der hintersten Ecke.

Neue Wege beschreitet niemand, weder Ideen in der Vermarktung (zB co-branding mit einem Fashionlabel), noch in der Digitalisierung/Distribution (vgl Ikea self planning), noch mit Innovation (vgl Steininger mit einer outdoor Kueche) oder neuen Materialien (vgl Aurelie Spaeti mit Textil und Lochblechen). Nachhaltigkeit und Umwelt sind kein Thema (im Gegensatz zur Ventura Lambrate). Alle zeigen den selben Einheitsbrei im 60/90er Mass.

Wie muss es sich als ausgebildeter Innenarchitekt anfuehlen, den ganzen Tag in einem Bulthaup Studio die gleichen B3 Moebel zu planen? …verheiratet zu sein mit einer Marke die seit Jahren nichts mehr liefert ausser Marketinggedroens?

Oder als “Unabhaengiger” selber den Markt zu bearbeiten weil man sich fast schaemt die verkauften Brands im Kundengespraech zu erwaehnen. Ein Wechsel wohin?

…eigentlich bietet der Markt erhebliche Chancen fuer Schreiner im gehobenen Segment wieder Marktanteile zu gewinnen. Der Zukauf von Standardmoebeln (zB von Bax) sichert Margen, die Individualitaet, oertliche Naehe und Trend zurueck zum Naturholz sind die USPs.

Betonprodukte sind oekologisch. Wirklich? @creabeton #terrasuisse @dade_design

Seit Ende Maerz 2016 wirbt der groesste Schweizer Beton-Baustoff-Hersteller mit diesem Plakat & Label:

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Auf der Landingpage ist dann vieles zu erfahren, insb. wie Beton hergestellt wird. Grunsaetzlich besteht dieser aus Kies, Sand, Wasser und Zement. Das von den Creabeton-Werbern erfundene Label #Terrasuisse (die Migros verwendet den selben Namen) weisst darauf hin, dass im Beton lokale Produkte (Kies) verwendet werden. Das ist natuerlich so. Historisch wurden die Betonwerke nahe von Kiesgruben an verkehrsstrategisch guten Punkten gebaut. Creabeton wirbt also mit etwas, womit sie gar nichts zu tun haben.

Umweltsuenden
Das Problem an Beton sind nicht die Zuschlagstoffe sondern der Cement. Dieser wird aus Kalkstein gewonnen und in Oefen mit 1200-1500 Grad gebrannt. Dies setzt ca 44kg CO2 pro 100kg Cement frei. Jaehrlich werden weltweit 4,3mrd Tonnen Beton produziert. In Europa haben diese Oefen moderne Filteranlagen, doch viele Konzerne brennen den Cement in Ostblocklaendern oder Afrika. Selbstverständlich ohne Filter. Cement kann als Umweldsuende bezeichnet werden. Nach Kraftwerken und Strassenverkehr ist Cement der drittgroesste CO2 Verursacher auf der Welt.

Raubbau in Dubai
Hinzu kommt, dass Beton nicht mit Wüstensand hergestellt werden kann. Dubai und co wurden aus Meeressand und Sand aus Afrika gebaut. Dort wird er einfach abgepumpt resp. gestohlen und mit Schiffen herangekarrt. Das ist die zweite grosse Umweltsuende von Beton.

Regional – Transport ist viel zu günstig
Weiter kann ein Vergleich von chinesischen Natursteinen vs. zementgebundenen Steinen von der Seite entnommen werden. Der gesunde Menschenverstand lässt diesen Vergleich natürlich absolut zu. Doch wenn man die CO2 Bilanz anschaut, ist die Bruttoregister-Tonne so unglaublich günstig und unter dem Strich wahrscheinlich noch weniger CO2 schändlich als mancher Beton. Das Problem ist, dass der Transport zu günstig ist (man kann müsste schon längst eine globale Steuer einführen… aber das ist hier nicht das Thema). Daher wählt Creabeton auch diesen Vergleich, denn so absurd es ist, chinesische Steine sind eine ernsthafte Konkurrenz.

Chemie
Darüber ist ebenfalls nichts zu erfahren. Im Beton wird massiv Chemie verwendet um Risse, Schwund und Entwässerung zu steuern und bei den Schalungen werden Öle verwendet. Zum Stichwort oekogisch müsste hier Stellung bezogen werden.

Fazit
Ich finde die Aktion unter dem Strich gut. Sie macht Nachhaltigkeit und Regionalitaet zum gesellschaflichen Thema. Wie fast immer bei Konzernen ist es halt Marketing und Branding und kein wirkliches Commitment. …dieses würde viel zu viel kosten und viele Produkte unprofitabel machen.

Meine Firma dade-design concrete works geht hier weiter, wir produzieren CO2 neutral . Der einzige Grund ist, weil ich als Inhaber Verantwortung übernehmen will. Wirtschaftlich macht es nämlich keinen Sinn.
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3D Drucker (Stift) fuer Kinder @3ddoodler #3dprinting

Ich finde das genial. So geht Innovation.
Fuer 49 Dollar kann dieser Stift gekauft warden.

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Kids koennen so ihre eigenen 3d Modelle erstellen. Regt extrem zum denken an… Zum gestalten… Die Basis fuer weitere Innovation wenn diese Kinder junge Erwachsene werden. Frueher war Ton und Plastelin, heute ist 3d drucken.

Mehr infos hier

Und hier der erste Praxisversuch….naja
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Als Vogel durch NY fliegen. #VR Erfahrung der Sonderklasse mit #Birdly und #Oculusrift

Der Traum vom fliegen…
3 Studenten der #ZHDK haben einen Simulator gebaut und aufgrund von Ihrem Erfolg die Somniacs AG gegründet.

Dabei wurde das Nr 1 Produkt fuer virtual reality (#VR), die Oculus Rift (für 700 Dollar zu kaufen, kürzlich von FB übernommen) verwendet.

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Ergänzt wird diese mit einem relativ simplen mechatronischen Liegegestell.

Schauplatz ist ein 3D Modell von New York City.

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Die Erfahrung war absolut genial. Einfach zu steuern, echtes Flugempfinden (insb. wegen Ton und Wind) und eine tolle Grafik.

Es lässt sich damit erahnen, was in Zukunft alles möglich sein wird. Insb. reales (er)Leben und nicht virtuelle Welten wie Games oder second world. Denkbar sind Wohnungsbesichtigungen, ein Ferienressort auf den Malediven erkunden oder ein Firmengelände überfliegen. Oder Kriegsgebiet erleben oder die amerikanische Schande Guantanamo in Kuba.